Top
Englisch: top
Holzstopfen oder Kegel mit Längsfurchen auf der Oberfläche, in denen die Tausträngel beim Drehen gleiten.
oben: der hölzerne Former, der Seillitzen zu Tauwerk formt
Ein Top ist ein konischer hölzerner Block, der beim Seilmachen verwendet wird, um einzelne Litzen zu leiten und zusammenzupressen, während sie miteinander verdreht werden. Der Block sitzt senkrecht in einer Seilerey, wobei seine gerillte Oberfläche jede Litze der Schlagrichtung erfasst. Während die Litzen um das entstehende Seil spiralförmig laufen, gleiten sie durch diese Längsnuten, die sie gleichmäßig verteilt halten und verhindern, dass sie sich während des Verdrehens verwickeln oder überkreuzen.
Das Werkzeug verdankt seinen Namen seiner Position am oberen Ende des Verdrehrahmens. Traditionelle Tops werden aus Hartholz wie Buche oder Ulme gedrechselt, grob konisch oder tonnenförmig, zwischen 10 und 20 Zentimetern Höhe. Die Nuten, gewöhnlich drei bis vier je nach Seilzahl, werden parallel zur Achse geschnitten und in ihrer Größe auf den Durchmesser der bearbeiteten Litzen abgestimmt. Ein gutes Top nutzt gleichmäßig ab; eine raue oder beschädigte Oberfläche führt dazu, dass die Litzen festklemmen und schwache Stellen oder ungleiche Spannungen im fertigen Seil entstehen.
Die Wirksamkeit eines Tops hängt von seiner Geometrie und seinem Material ab. Eine zu steile Verjüngung und die Litzen klemmen; zu flach und sie rutschen zur Seite weg. Die Nuten müssen tief genug sein, um zu führen, ohne zu quetschen, und das Holz muss dicht genug sein, um der ständigen Reibung arbeitender Seile standzuhalten. In Schiffs- und Segelmachereien hatten Seilmacher oft mehrere Tops zur Hand, jedes für einen anderen Litzendurchmesser oder ein anderes Seilgewicht ausgelegt.
Ein Top funktioniert zusammen mit anderen Teilen der Seilmaschine: Die Litzen werden an der Basis eingefädelt, durch einen rotierenden Rahmen oder ein handbetriebenes Getriebe verdreht, und das Top sitzt an der Auslaufstelle, wo das fertige Seil austritt. Die Nuten wirken praktisch als Bremse, kontrollieren die Geschwindigkeit, mit der die Litzen in die Schlagrichtung eingefädelt werden, und sichern einen gleichmäßigen Drall. Ohne ein Top würden Litzen sich ballen, rutschen oder ungleichmäßig auseinanderfallen und minderwertige Seile entstehen, die zum Segeln oder für Frachtarbeiten zu schwach wären.
Die industrialisierte Seilproduktion ersetzte das Top durch Metallmatrizen und Walzen, die denselben Job präziser und bei höherer Geschwindigkeit ausführen. Aber traditionelle Seilereien und kleinere Hersteller nutzen immer noch hölzerne Tops. Der Begriff wird im maritimen Kontext noch verwendet als Merkmal von Handwerk und Methode, selbst wenn die eigentliche Ausrüstung inzwischen andere Materialien oder Funktionen hat.