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Elektrotechnik

ANI

Abkürzung für Automatic Number Identification.

ANI: die Telefonnummer, die die Ausrüstung des Anrufers preisgibt

Automatic Number Identification ist ein Signalisierungsprotokoll, das die Telefonnummer des Anrufers zum Empfänger übermittelt, bevor die Verbindung aufgebaut wird. Die Telefonvermittlung entnimmt diese Nummer dem Ausgangsschalter und codiert sie in der Signalisierungsschicht, typischerweise in Form von Mehrfrequenzwahlziffern (DTMF) oder in modernen digitalen Systemen im Out-of-Band-Signalisierungskanal. ANI kommt am Zielschalter separat vom Sprachkanal an und kann von Vermittlungsausrüstung oder CPE (Customer Premises Equipment) erfasst und protokolliert werden, ohne dass sich der Anrufer selbst ankündigen muss.

ANI unterscheidet sich von Caller ID, dem kundengerichteten Service, der die Nummer auf dem Telefongerät anzeigt. ANI ist der zugrunde liegende technische Mechanismus, Caller ID ist das, was der Benutzer sieht. Bei Fernsignalisierung zwischen Vermittlungen wird die ANI-Information in ISUP-Nachrichtengruppen (ISDN User Part) oder in älteren Systemen in MF-Ziffern (Mehrfrequenz) übertragen. In SIP-Netzwerken (Session Initiation Protocol) tragen die P-Asserted-Identity oder der From-Header entsprechende Informationen. ANI ist zwingend für die Abrechnung von Ferngesprächen und Gebührengesprächen und ist seit der Zeit elektromechanischer Vermittlungen in der Telefontechnik verankert.

Einsatz in Industrie und Call Center

In Call Centern und eingehenden Telefonumgebungen ist ANI nicht optional: es ist die Grundlage für Anrufweiterleitung und Kundendatenbankabfrage. Wenn ein Kunde anruft, kommt die ANI vor der Annahme durch den Agenten an und ermöglicht es dem Schalter oder der Telefonieplattform, eine Kundendatenbank abzufragen und die Kontoinformationen des Anrufers auf dem Monitor des Agenten anzuzeigen. Dies wird Screen Pop oder Computer Telephony Integration (CTI) genannt. ANI-Ausfälle oder Verzögerungen führen dazu, dass Anrufe in generische Warteschlangen fallen oder Agenten nach Kontonummern fragen müssen, was Effizienz und Kundenservice verschlechtert.

ANI-Blockierung oder ANI-Spoofing tritt auf, wenn der Anrufer absichtlich falsche ANI-Informationen übermittelt, typischerweise für Betrug oder Belästigung. Telekommunikationsträger setzen Validierungsregeln und ANI-Authentifizierungsschemata um, um Unstimmigkeiten zwischen der Serviceadresse des Anrufers und der gesendeten ANI zu erkennen. Regulierungsbehörden wie die FCC haben Träger zunehmend bestraft, die ANI bei gebührenfreien und Ferngesprächen nicht authentifizieren. Das STIR/SHAKEN-Framework ist eine moderne Antwort auf ANI-Spoofing.

Der Begriff ANI hat sich in Ingenieur- und Trägerkreisen seit Jahrzehnten behauptet, weil er das Signal selbst benennt, nicht die kundengerichtete Funktion. Vermittlungstechniker, Netzwerkingenieure und Call-Center-Operationsteams müssen ANI als technische Anforderung verstehen, die unabhängig von Caller ID ist, da ANI unabhängig davon vorhanden, fehlend oder falsch sein kann, was auf dem Telefondisplay eines Kunden angezeigt wird.

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