Schieber
Englisch: banker
Eisenbahnlokomotive, die hinten an einen Zug gekoppelt wird, um ihn beim Hochfahren einer Steigung zu unterstützen.
Schiebelokomotive: eine Hilfslokomotive, die Züge bergauf drückt
Eine Schiebelokomotive ist eine Lokomotive, die am Fuß einer steilen Bahnstrecke bereitsteht und zum Schieben von Zügen eingesetzt wird, die Unterstützung beim Erklimmen der Steigung benötigen. Nach dem Ankuppeln an das Zugende erbringt sie zusätzliche Zugkraft, indem sie von hinten drückt und ermöglicht es Zügen, die sonst stehen bleiben oder gefährlich langsam fahren würden, sichere Geschwindigkeiten zu halten und die Kontrolle zu bewahren. Die Schiebelokomotive wird an der Höhe oder an einem festgelegten Punkt abgekuppelt und fährt bergab zurück, um den Vorgang zu wiederholen.
Schiebelokomotiven sind am häufigsten auf Strecken mit durchgehenden Steigungen von über 1:40 (2,5 Prozent) anzutreffen, besonders in Berggelände oder Industriegebieten mit erheblichen Höhenunterschieden. Eine typische Schiebelokomotive entwickelt je nach Regelsteigung und unterstützter Tonnage zwischen 800 und 1.200 PS. Die Lokomotive ist normalerweise robust, aber relativ leicht gebaut und wird eher für zuverlässiges langsames Ziehen als für Geschwindigkeit ausgewählt. Viele britische Eisenbahnen, besonders in Schottland und Wales, hielten spezialisierte Schiebelokomotiven für ihre steileren Strecken bis weit in die Diesel-Ära vor.
Die Arbeit als Schiebelokomotive erfordert genaue Abstimmung zwischen der Besatzung der Schiebelokomotive und der Zugbesatzung. Die Schiebelokomotive muss sanft ankuppeln, während des Anstiegs gleichmäßig Druck aufrechterhalten, um Radschlupf zu vermeiden, und zum richtigen Zeitpunkt auskuppeln. Überhitzung des Kessels oder des Motors der Schiebelokomotive ist ein Risiko bei langen Steigungen, ebenso wie Haftverlust bei feuchten Bedingungen. Das Verfahren ist arbeitsintensiv: Die Schiebelokomotive muss nach jedem Einsatz bergab gefahren oder auf andere Weise zurückgebracht werden, was es wirtschaftlich nur rechtfertigt, wenn das Verkehrsaufkommen oder die Steilheit der Strecke das wirklich erforderlich macht.
Eine Schiebelokomotive unterscheidet sich von Shunting-Lokomotiven in Rangierbahnhöfen, die beim Zusammenstellen von Güterzügen unterstützen. Sie unterscheidet sich auch von einer Lokomotive, die vor einem Zug in Berggelände fährt, um Gleisgefahren zu prüfen. Der Begriff stammt aus der britischen Eisenbahnpraxis und ist in der britischen Eisenbahn-Fachsprache Standard. Die Praxis selbst ist jedoch mit dem Aufkommen leistungsstarker Diesel- und Elektrolokomotiven, die steile Steigungen ohne Hilfe bewältigen können, weitgehend verschwunden.