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Landtechnik

Gerstenbrand

Englisch: barley scald

Eine Gerstenkrankheit, verursacht durch den Pilz Rhynchosporium secalis.

Flugbrand der Gerste: Pilzblatterkrankung, die den Kornertrag mindert

Der Flugbrand der Gerste ist eine Blatterkrankung, verursacht durch den Pilz Rhynchosporium secalis. Er zeigt sich als längliche, wassergetränkte Flecken auf den Blättern, typischerweise beginnend an der Blattspitze und sich entlang der Blattspreite nach unten ausbreitend. Das befallene Gewebe wird braun oder graubraun mit dunklerem Rand, und bei feuchten Bedingungen können die Flecken zusammenfließen und ganze Blattteile absterben. Die Krankheit reduziert die fotosynthetisch aktive Fläche, schwächt die Kornausbildung und kann je nach Sorte, Infektionszeitpunkt und Witterung Ertragsausfälle von 10 bis 40 Prozent verursachen.

Der Pilz überwintert auf befallenen Ernterückständen und verbreitet sich über Sporen, die durch Wind und Spritzwasser vom Regen verbreitet werden. Eine Infektion tritt am wahrscheinlichsten auf, wenn die Blattoberfläche 24 bis 48 Stunden lang nass bleibt und die Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius liegen. Sommergerste ist grundsätzlich anfälliger als Wintergerste, da sie später ausgesät wird und in einer Phase mit höheren Niederschlägen wächst. Anfällige Sorten zeigen Symptome schon im Dreiblatt-Stadium, die schädlichsten Infektionen treten aber während des Längenwachstums und der Blüte auf.

Bekämpfung und Prävention

Sortenresistenz ist die erste Verteidigungslinie. Moderne Gerstensorten zeigen unterschiedliche Grade der Resistenz gegen Rhynchosporium secalis, und resistente Sorten senken den Krankheitsdruck erheblich ohne chemische Eingriffe. Fruchtfolge (zwei bis drei Jahre Verzicht auf Gerste oder anfällige Getreidearten) reduziert den Ausgangsbefall. Fungizidbehandlungen, typischerweise Azole oder Strobilurine, sind wirksam, wenn sie im Fahnenblatt-Stadium oder früher gespritzt werden; das Timing ist entscheidend, da Anwendungen nach dem Ährenanschieben wenig Nutzen für Kornqualität oder Ertrag bringen.

Der Name der Krankheit kommt vom verbrannten Aussehen des befallenen Blattgewebes. In manchen Gegenden wird sie Blattbrand oder Blattfleckigkeit genannt, um sie von anderen Gerstenkrankheiten zu unterscheiden. Sie ist häufigst in maritimen und gemäßigten Klimazonen mit regelmäßigen Frühjahrs- und Frühsommerniederschlägen verbreitet; in trockenen Jahren oder in ariden Regionen verursacht sie kaum Schaden. Pflanzenbauer kontrollieren Bestände während der Bestockung und des Längenwachstums, um frühe Infektionen zu erfassen und zu entscheiden, ob ein Fungizideinsatz wirtschaftlich gerechtfertigt ist.

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