Befestigen
Englisch: bend
Ein Tau oder eine Leine befestigen, beispielsweise an einer Klampe; eine Kette mit einem Anker verbinden; festmachen.
Bend: Seil oder Kette mit einem Knoten dauerhaft befestigen
In der Schifffahrt bedeutet "bend", ein Seil an ein anderes Seil zu befestigen oder ein Seil bzw. eine Kette an einem Befestigungspunkt wie einer Klampe, einem Ring oder einer Ankerschäkel zu sichern. Der Begriff beschreibt sowohl den Knoten selbst als auch die Tätigkeit des Bindens. Ein ordnungsgemäß befestigtes Seil rutsch unter Last nicht ab, anders als ein einfaches Umwickeln oder ein Webeleinschlag. Im Schiffbau und auf Schiffen gehört das Befestigen zu den Grundfertigkeiten: ein schlecht gemachter Knoten kann unter Spannung reißen und gefährdet Besatzung und Ladung.
Verschiedene Arbeiten erfordern verschiedene Knoten. Der häufigste ist der Webeleinschlag, mit dem man ein Seil an einer Reling oder einem Mast befestigt; er zieht sich unter Last zu und hält in zwei Richtungen fest. Ein Palstek erzeugt eine feststehende Schlaufe, die nicht rutscht und ist unverzichtbar beim Einzug von Blöcken oder beim Befestigen einer Festmacherleine. Ein Ankerstich (auch Fischerstek genannt) verbindet ein Seil mit dem Ring oder der Schäkel eines Ankers und hat einen zusätzlichen Umschlag, der verhindert, dass sich das Seil beim Einholen oder in rauer See lockert. Schwere Ketten werden mit Schäkeln und Sicherungsdrähten an Ankern befestigt, nicht mit Knoten.
Die Festigkeit eines befestigten Seils hängt vom Knotentyp und der Seilqualität ab. Naturfaserseil (Manila, Baumwolle) hält besser als manche Kunststoffe, aber modernes dreilitziges Nylon und Polyesterseil halten Knoten zuverlässig, wenn sie richtig geknüpft sind. Nasses Seil und gefrorenes Seil erfordern besondere Aufmerksamkeit; Eis kann bewirken, dass sich ein schlecht gespannter Knoten lockert. Auf dem Arbeitsdeck zeigt ein Seil, das sich unter Last gelöst hat, aufgefaserte Fasern und eine glänzende Oberfläche an der Bruchstelle.
Warum der Begriff "bend" statt "tie" oder "knot"? Das Wort stammt aus der alten Seemannssprache und ist seit dem 17. Jahrhundert in nautischen Handbüchern belegt. Es überlebt in Redewendungen wie "ein Seil an einer Klampe befestigen" und "festmachen" und kommt in Namen von speziellen Knoten vor: Palstek, Webeleinschlag, Rollschlag und Ankerstich. Der Begriff bezieht sich auch auf das Seil oder die Kette selbst, nachdem es befestigt wurde, wie in "alle Knoten vor dem Auslaufen prüfen". Segelmacher und Takler verwenden "bend" immer noch, um das Befestigen eines Segels an einem Mast oder einer Leine zu bedeuten, eine Verwendung, die bis zu den Tagen der vollgetakelten Segelschiffe zurückreicht.
In der Praxis kontrolliert ein Schiffbauarbeiter oder Matrose befestigte Seile regelmäßig. UV Strahlung schwächt Naturfasern, Salzwasser korrodiert Metallbeschläge und wiederholtes Biegen an der Knotensstelle verursacht Verschleiß. Ein Knoten, der unter ruhigen Bedingungen hielt, kann bei Stoßbelastungen während Stürmen oder Notmanövern rutschen. Verschleiß an der Knotenstelle ist auf Schiffen, die in engen Häfen oder an Kais arbeiten, üblich, weshalb die Wahl des Knotentyps eine praktische Entscheidung ist, die von den erwarteten Belastungen und den verfügbaren Materialien abhängt.