Kabel
Englisch: cable
Strukturmuster, das durch Überkreuzen von Maschengruppen entsteht.
Cable: verschlungene Maschen, die ein Seil imitieren
Beim Stricken ist ein Cable eine vertikale Struktursäule, die durch das absichtliche Verschränken von Maschengruppen entsteht. Die verschränkten Maschen liegen auf der Oberfläche des Gestricks auf und bilden ein erhabenes, seilartiges Muster, das je nach Anordnung der Verschränkung drehen, spiralisieren oder flechten kann. Dies ist einer der erkennbarsten Hand- und Maschinenstrichwirkungen und kommt häufig in Pullover, Schals und schwerer Strickware vor.
Der Mechanismus basiert auf einer Zopfnadel, einem kurzen zweispitzigen Werkzeug, das Maschen vorübergehend hält, während andere davor gestrickt werden. Bei einem einfachen 2 über 2 Cable werden beispielsweise 2 Maschen auf die Zopfnadel gelegt, die nächsten 2 Maschen von der Hauptnadel gestrickt und dann die gehaltenen Maschen gestrickt. Diese Umkehrung der Maschenreihenfolge erzeugt die Drehung. Die Anzahl der verschränkten Maschen, deren Häufigkeit und ob sie nach links oder rechts drehen, bestimmen den visuellen Charakter des Cables.
Cabanmuster variieren stark in ihrer Komplexität. Einfache Cables wiederholen sich alle 6 bis 8 Reihen; komplexe Cables können mehrere Verschränkungsfolgen, unterschiedliche Maschenzahlen oder Kombinationen mit Linksmaschen zur Erzeugung von Schatteneffekten beinhalten. Gansey-Cables aus traditionellen Fischerpullovern verwenden enge, wiederholte Drehungen über viele Reihen. Aran-Pullover zeigen aufwendige, symbolische Cables mit Namen wie Honeycomb, Blackberry und Tree of Life.
Maschinenfertigung und häufige Probleme
Handstrickerinnen und Handstricker können Cables nach Belieben mit einer Zopfnadel ausführen. Maschinenstricken erfordert entweder manuelle Nadelmanipulation (auf Standard-Rahmen) oder dedizierte elektronische Jacquard- und Cablemechanismen auf Industriemaschinen. Die Technik ist auf beide Arten arbeitsaufwändig, weshalb stark gezopfte Kleidungsstücke höhere Preise erzielen.
Cables neigen zu Maschenleiter, wenn die Spannung ungleichmäßig ist oder wenn eine Masche während des Verschränkens ausfällt; die verdrehte Struktur macht ausgefallene Maschen schwerer zu beheben. Sie straffen das Gestrick auch horizontal und vertikal, daher ist die Maschenprobe entscheidend und die Garmentenbreite muss sorgfältig berechnet werden. Die Garnwahl ist wichtig: Cables zeigen sich in dünnen, glatten Garnen schlecht und am besten in schwereren, strukturierten Fasern, wo der Licht- und Schattenkontrast sichtbar ist.