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Kfz-Technik

Sturz

Englisch: camber

Die Ausrichtung der Räder eines Straßenfahrzeugs um die Rollachse, wobei positiver Sturz bedeutet, dass die Räder unten näher beieinander stehen als oben.

Sturz: der Winkel, in dem Räder nach innen oder außen neigen

Sturz ist der Winkel zwischen der vertikalen Achse eines Rades und der echten Vertikalen, wenn man das Fahrzeug von vorne oder hinten betrachtet. Gemessen in Grad, beschreibt er, ob das Rad unten nach innen oder außen zeigt. Positiver Sturz bedeutet, das Rad neigt nach außen (die Oberseite neigt sich vom Fahrzeugmittelpunkt weg); negativer Sturz bedeutet, es neigt nach innen (die Oberseite neigt sich zum Mittelpunkt hin). Dieser Winkel beeinflusst direkt den Reifenverschleiß, die Fahreigenschaften und wie das Fahrzeug sitzt.

Der Winkel existiert aus konstruktiven Gründen, nicht zufällig. Die meisten Straßenfahrzeuge fahren mit leicht negativem Sturz, typischerweise zwischen 0,5 und 2 Grad, weil unter Kurvenbelastung die Reifenflanke nach außen nachgibt und die Federungsgeometrie sich verändert. Negativer Sturz in Ruheposition gleicht dies aus und hält die Reifenkontaktfläche bei scharfen Kurven senkrecht zur Fahrbahn. Hochleistungsfahrzeuge können stärker negativen Sturz fahren, während ältere Fahrzeuge oder für Lasten ausgelegte Lastkraftwagen oft positiven Sturz fahren, um die Reifenlebensdauer im geradeaus fahrenden Verkehr zu verbessern.

Messung und Einstellung

Sturz wird mit einer Sturzmeßlehre während einer Vier-Rad-Ausrichtungsprüfung gemessen. Die Meßlehre sitzt auf einer Felge und zeigt den Winkel relativ zur Vertikalen an. Die Einstellung erfolgt an den Federungsanbindungspunkten, typischerweise durch Verschieben der Strebe oben oder unten, durch Unterlegscheiben hinter dem Lenker oder durch exzentrische Schrauben, die eine Drehung der Federungsgeometrie ermöglichen. Verschiedene Fahrzeugkonstruktionen bieten unterschiedliche Einstellbereiche; manche modernen Fahrzeuge haben konstruktionsbedingt nur geringe Verstellmöglichkeiten.

Falscher Sturz erzeugt ungleichmäßigen Reifenverschleiß: übermäßig positiver Sturz verschleißt die Außenkante des Reifens; übermäßig negativer Sturz verschleißt die Innenkante. Beides verkürzt die Reifenlebensdauer und schadet dem Kraftstoffverbrauch. Das Fahrzeug kann sich auch instabil anfühlen oder zur Seite ziehen. Sturzwanderung tritt auf, wenn Federungsteile abnutzen oder verbiegen oder nach Unfallschäden, was eine Neuausrichtung erforderlich macht.

Sturz ist einer von drei primären Ausrichtungswinkeln und ist gepaart mit Lenkachsneigung (die Neigung der Lenkachse von vorne nach hinten) und Spureinstellung (der Winkel der Räder relativ zur Fahrzeugmittellinie). Alle drei müssen zusammen richtig eingestellt sein für vorhersehbare Fahreigenschaften, gleichmäßigen Reifenverschleiß und genaue Lenkungsansprache. Die Vorgabe ist unterschiedlich je nach Modell, Federungsart und ob das Fahrzeug unbeladen oder mit nominaler Last fährt.

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