Viehladeplattform
Englisch: cattle dock
Pferch auf einer Bahnsteiganlage in einem Gueterverkehrsbahnhof zum Verladen von Vieh fuer den Bahntransport.
Viehladerampe: Pferch zum Verladen von Vieh auf Eisenbahn
Eine Viehladerampe ist eine eingezäunte Plattformkonstruktion neben Eisenbahnnebengleisen in Güterbahnhöfen. Sie dient dazu, Vieh, hauptsächlich Rinder, Schafe und Schweine, von Straßentransportern in Eisenbahnwagen zu leiten. Die Rampe befindet sich auf Wagenbodenhöhe (üblicherweise etwa 1,2 m), wodurch Auffahrtsrampen entfallen und die Belastung für die Tiere beim Verladen sinkt. Sie besteht aus massiven Holz- oder Stahlgeländern, die ein sich zum Wagentür hin verjüngendes Leitungssystem bilden und oft mehrere Gatter aufweisen, um die Tierbewegung zu steuern und Panik oder Flucht zu verhindern.
Viehladerampen wurden ab dem späten 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu wichtiger Infrastruktur, als die Eisenbahn das Hauptverkehrsmittel für den Transport von Tieren aus ländlichen Gebieten zu städtischen Märkten und Schlachthöfen war. Ein großer Güterbahnhof konnte mehrere parallel angeordnete Rampen besitzen, jede mit Haltepferchen zum Trennen des Viehs nach Art, Größe oder Zielort. Die Plattform selbst erforderte robuste Holzbohlen oder Stahlbeläge, um das Gewicht und die Schlagbelastung durch Hufe sowie die Abnutzung durch wiederholten Gebrauch auszuhalten.
Ausführung und Varianten
Frühe Rampen waren vollständig aus Holz auf Stein- oder Ziegelfundamenten gebaut. Ab dem frühen 20. Jahrhundert führten Eisenbahnen stahlrahmige Ausführungen mit Stahlgeländern ein, die länger hielten und leichter zu reparieren waren. Manche Bahnhöfe hatten Portalkräne oder mechanische Gatter, die von Personal von erhöhten Plattformen bedient wurden. Die besten Ausführungen besaßen Ablaufrinnen zur Abwasserleitung und zur Verringerung von Krankheitsübertragung während längerer Haltephasen.
Die Viehladerampe verlor nach den 1950er Jahren an Bedeutung, als der Straßentransport günstiger, flexibler und weniger problematisch für das Tierwohl wurde. Eisenbahnen stellten die Investitionen in die Instandhaltung der Rampen ein, und viele wurden abgerissen oder verfallen gelassen. Ein paar Museumsbahnen und noch tätige Höfe unterhalten funktionsfähige Exemplare. Der Begriff selbst ist im aktiven Geschäftsbetrieb veraltet und wurde im modernen Viehverkehr durch Bezeichnungen für spezifische Wagentypen oder Ladeflächen von Spediteuren ersetzt.