CHAdeMO
Ein Standard für Gleichstrom-Schnellladung und Schnelllader zum Laden von Plug-in-Elektrofahrzeugen, entwickelt von einem Konsortium japanischer Autohersteller und verbreitet durch die japanische und südkoreanische Automobilindustrie, weltweit zirkuliert.
CHAdeMO: Japans DC-Schnellade-Stecker-Standard
CHAdeMO ist ein DC-Schnellade-Stecker und Protokoll-Standard, entwickelt von einem Konsortium unter Führung von Nissan, Mitsubishi und Toyota Mitte der 2000er Jahre. Der Name ist ein japanisches Wortspiel, das etwa "Teezeit" bedeutet und das Ziel widerspiegelt, ein Fahrzeug in der Zeit zu laden, die man zum Teetrinken braucht, typischerweise 20 bis 30 Minuten. Anders als AC-Laden über das fahrzeugeigene Ladegerät liefert CHAdeMO Gleichstrom bei hoher Spannung direkt zum Batteriepack, umgeht die Leistungselektronik des Fahrzeugs und ermöglicht dadurch wesentlich schnellere Energieübertragung. Der Stecker selbst ist etwa so groß wie ein großer Stromstecker, hat eine charakteristische trapezförmige Form, überträgt bis zu 62,5 kW (später in Version 2.0 auf 100 kW erweitert) und erfordert eine eigens dafür ausgerichtete Ladestation.
Der Standard entstand als Japans Antwort auf die EV-Infrastruktur, erstmals 2009 beim Nissan Leaf eingesetzt. Er gewann Marktanteile in asiatischen Märkten und wurde von einigen europäischen und amerikanischen Modellen übernommen, erlangte aber niemals globale Dominanz. Der Stecker nutzt ein Handshake-Protokoll über einen CAN-Bus, um Leistungsabgabe auszuhandeln, Authentifizierung anzufordern und Temperaturgrenzen zu regeln. Typische Ladekurven flachen erheblich ab, sobald der Akku 80 Prozent Ladezustand erreicht, daher erstrecken sich reale Ladezeiten weit über die anfängliche Schnellade-Phase hinaus.
Konkurrierende und nachfolgende Standards
CHAdeMO konkurrierte direkt mit dem Combined Charging System (CCS), das AC- und DC-Laden in einem einzigen Port kombinierte, und mit Teslas proprietärem Supercharger-Netzwerk. In den frühen 2020er Jahren wandte sich die Automobilindustrie von CHAdeMO ab. 2023 kündigte die CHAdeMO Association an, dass Neufahrzeuge den Standard nicht mehr nutzen würden, und große japanische Hersteller begannen, CCS zu übernehmen. Tausende CHAdeMO-Stationen sind weltweit noch in Betrieb, hauptsächlich in Japan, Europa und vereinzelten Standorten in den USA, sie bedienen ältere Nissan Leafs, Mitsubishi i-MiEVs und andere Legacy-EVs.
Ladeleistungen und Kabelmanagement unterscheiden sich erheblich vom AC Level 2-Laden. Die meisten öffentlichen CHAdeMO-Stationen liefern 50 kW oder weniger; 100-kW-Stationen sind selten. Der Stecker nutzt Wasserkühlung in Kabeln, um resistive Wärmeerzeugung bei hohen Strömen zu bewältigen. Stecker-Verschleiß und Unterbrechungen von Ladevorgängen sind bekannte Ausfallmodi, besonders dort, wo Infrastrukturwartung vernachlässigt wurde. Kaltwetter reduziert Ladeleistungen erheblich, ein erhebliches praktisches Problem in nördlichen Klimazonen.
Für Techniker und Flottenoperatoren ist CHAdeMO nur noch für die Wartung bestehender EV-Flotten relevant. Neue Beschaffungsentscheidungen, Investitionen in Ladeinfrastruktur und Fahrzeugbeschaffung konzentrieren sich jetzt auf CCS oder aufstrebende Alternativen wie NACS (Tesla-Standard, inzwischen von anderen Herstellern übernommen). CHAdeMO zu verstehen ist eine historische Kompetenz in der EV-Wartung, lenkt aber keine Kapitalinvestitionen in Ladenetze mehr.