kupplungslos
Englisch: clutchless
Ohne Kupplung (Fahrzeugbauteil) oder ohne Nutzung der Kupplung.
Schaltgetriebe ohne Kupplung: ein Getriebe, das kein Kupplungspedal benötigt
Ein Schaltgetriebe ohne Kupplung ist ein Getriebe, das die Übersetzung wechselt, ohne dass der Fahrer die Verbindung zwischen Motor und Rädern manuell unterbrechen muss. Statt das Kupplungspedal zu betätigen, um die Verbindung zwischen Motor und Getriebe zu trennen, übernimmt das System dies elektronisch oder hydraulisch. Der Motor bleibt dabei während des Schaltens in teilweiser oder voller Verbindung mit dem Antriebsstrang. Dies verändert grundlegend, wie die Kraft bei Gearwechseln übertragen wird und wer den Schaltpunkt steuert.
Das heute häufigste Schaltgetriebe ohne Kupplung ist das automatisierte Schaltgetriebe (AMT), das mit solenoidgesteuerten Stellantrieben die Kupplung und die Schaltgestänge automatisch bedient. Eine andere Variante ist das stufenlos verstellbare Getriebe (CVT), das fest vorgegebene Gänge ganz eliminiert und stattdessen unendlich viele Übersetzungsschritte anstelle von einzelnen Gängen durchläuft. Doppelkupplungsgetriebe (DCT) nutzen zwei Kupplungen an separaten Zahnradsätzen, um den nächsten Gang vorzuwählen, während der aktuelle noch eingekuppelt ist. Dies ermöglicht nahezu verzögerungsfreie Schaltvorgänge mit minimaler Kraftunterbrechung. Jede Bauart verzichtet auf das Fußpedal, arbeitet aber nach unterschiedlicher mechanischer oder hydraulischer Logik.
Praktische Bedeutung in der Anwendung
In schweren Lastkraftwagen und mobilen Arbeitsmaschinen sind Schaltgetriebe ohne Kupplung Standard. Ein typisches automatisiertes Schaltgetriebe in einem Lkw kuppelt nach jedem Gangwechsel automatisch ein, verbessert den Kraftstoffverbrauch und reduziert die Ermüdung des Fahrers bei langen Fahrten oder wiederholten Stop-and-Go-Bewegungen. Bei Personenwagen liegt der Vorteil in der Bedienbarkeit im Verkehr, obwohl manche Fahrer das Schaltgefühl oder die Reaktionszeit gegenüber manueller Steuerung kritisieren. Hochleistungsfahrzeuge nutzen Doppelkupplungsgetriebe, um die Schaltzeit unter die Fähigkeit jedes menschlichen Fußes zu senken, manchmal auf unter 150 Millisekunden.
Die typischen Ausfallstellen unterscheiden sich von konventionellen Kupplungen. Spulenkerne brennen durch, hydraulische Stellantriebe lecken, und die Steuerungssoftware kann unter extremer Last oder Temperatur die Schaltpunkte falsch berechnen. Der Verschleiß des Reibbelags tritt weiterhin auf, ist aber oft schwerer zu erkennen, weil der Fahrer die Kupplung nie direkt spürt. Der komplette Austausch eines AMT-Kupplungspaketes kostet in der Regel mehr als eine manuelle Kupplung, da die gesamte Stelleinheit ausgebaut werden muss.
Der Begriff geht auf eine alte Unterscheidung zurück: Als automatische Getriebe erstmals auftauchten, waren sie exotisch und wurden hauptsächlich dadurch definiert, was ihnen im Vergleich zu Schaltgetrieben fehlte. Moderne Getriebe ohne Kupplung sind heute so verbreitet, dass die Bezeichnung allmählich veraltet, hält sich aber in der Fachliteratur, um Systeme zu kennzeichnen, bei denen das Pedal vom Fahrerplatz fehlt.