Kartentasche
Englisch: map pocket
Ein Ablagefach, das an einem Bereich im Fahrzeuginneren angebracht ist
Kartenfach: Armaturenbrett-Stauraum für Papiere und kleine Gegenstände
Ein Kartenfach ist ein flaches Täschchen aus Stoff oder Kunststoff, das auf der Rückseite einer Vordersitzlehne oder an der Innenseite einer Türverkleidung angenäht oder geklebt ist und während der Fahrt flache Gegenstände aufnehmen soll. In modernen Fahrzeugen haben diese Fächer typischerweise eine Breite von 15 bis 25 cm und eine Höhe von 20 bis 30 cm, bei einer Tiefe von 5 bis 10 cm. Der Name stammt aus dem ursprünglichen Verwendungszweck: die Aufbewahrung von Straßenkarten und Navigationsmaterialien vor dem Zeitalter von GPS. Heute dienen sie als universeller Stauraum für Dokumente, Sonnenbrillen, Ladekabel und andere lose Gegenstände, die der Fahrer in Reichweite, aber nicht auf dem Boden haben möchte.
Kartenfächer sind am häufigsten in die Sitzlehne integriert und dort angebracht, wo Fondpassagiere sie erreichen oder wo sie einen sonst leeren Raum einnehmen. An der Tür montierte Varianten sitzen an Vorder- oder Hintertüren; besonders beliebt sind sie an der Fahrerseite vorne für schnellen Zugriff auf Mautzahler-Quittungen, Parkausweise oder Versicherungskarten. Die Materialien unterscheiden sich je nach Fahrzeugsegment: preiswerte Fahrzeuge nutzen einfaches Polyester-Mesh oder Kunststoff, während Premium-Modelle leder- oder stoffgebundene Fächer verwenden, die mit der Innenausstattung harmonieren. Die Befestigung durch Nähte oder Klebstoff bestimmt die Haltbarkeit; schlecht befestigte Fächer lösen sich unter Vibrationen und Temperaturwechseln ab, besonders bei Fahrzeugen in extremen Klimabedingungen.
Das flache Profil des Fachs schränkt die Nutzung deutlich ein. Gegenstände müssen eben liegen; dicke Geldbörsen, Brillenetuis oder gebündelte Dokumente passen schwer hinein. Die Wasserableitung ist mangelhaft, daher können im Fahrzeuginneren verschüttete Flüssigkeiten im Fach stehen und Dokumente durchnässen. Hersteller sehen manchmal Perforationen vor, um die Drainage zu verbessern, was aber das Material schwächt. Bei an der Tür montierten Fächern führen Straßenvibrationen zu Rattern des Inhalts; einige Ausführungen haben kleine Gummibänder oder Druckknöpfe zur Sicherung, die allerdings in einfachen Ausstattungsvarianten selten sind.
In der Staffelung der Ausstattungsvarianten stellt das Kartenfach eine minimale Kostenerweiterung dar. Auch einfache Fahrzeuge haben mindestens eins, üblicherweise an der Fahrerseite auf der Sitzlehne. Leder-Varianten in Performance-Modellen bekommen eine entsprechende ledergebundene Ausführung. Einige Hersteller verzichten auf Kartenfächer bei reduzierten Fleet-Fahrzeugen und behandeln sie als optionales Zubehör. Das Fach belegt Platz, der theoretisch für Klimaauslässe oder Versteifungsrippen genutzt werden könnte, daher kommt die Kostenersparnis nicht nur vom Fach selbst, sondern auch von der konstruktiven Vereinfachung, die es ermöglicht.
Aftermarket-Ersatzfächer sind Verschleißteile: Nähte reißen, Material reißt durch UV-Strahlung, oder der Klebstoff versagt. Original-Ersatzteile sind speziell auf Innenfarbe und Oberflächenstruktur abgestimmt, was sie teurer macht als universal einsetzbare Fächer, die über bestehende Sitzlehnen gespannt werden. Im Fahrzeugdesign stellen Kartenfächer die Schwelle zwischen fest verbauten Staufächern und täglich zugänglichen Behältern dar und füllen die Lücke zwischen geschlossenen Boxen (speziell für einen Zweck) und zentralen Konsolen (zentral, großes Fassungsvermögen).