Allradantrieb
Englisch: four-wheel-drive
Allradantrieb, wenn es als Attribut verwendet wird.
Allradantrieb: Kraft wird gleichzeitig auf alle vier Räder übertragen
Ein Allradfahrzeug hat einen Motor, der das Drehmoment gleichzeitig auf alle vier Räder übertragen kann, anstatt nur auf die vorderen oder hinteren Räder. Das geschieht über ein Verteilergetriebe, ein Getriebe hinter dem Hauptgetriebe, das die Motorleistung auf Vorder- und Hinterachse aufteilt. Im Betrieb ermöglicht Allradantrieb einem Fahrzeug, vorwärtszufahren, auch wenn drei Räder die Bodenhaftung verloren haben, weil mindestens ein Rad an jeder Achse den Kontakt zum festen Untergrund behält.
Der Begriff umfasst sowohl Permanentallrad als auch Zuschaltallrad. Zuschaltallrad, verbreitet bei Lastwagen und SUVs, verbindet die Vorderachse nur bei Bedarf, geschaltet per Hebel oder elektronischem Knopf. Permanentsysteme halten alle vier Räder ständig angetrieben und nutzen ein Mitteldifferenzial, damit Vorder- und Hinterachse beim Kurvenfahren mit unterschiedlichen Drehzahlen rotieren können. Permanentallrad reduziert Reifenverschleiß und verbessert das Fahrverhalten auf gemischtem Untergrund, kostet aber mehr in Herstellung und Wartung.
Wo es hilft und wo nicht
Allradantrieb glänzt in Umgebungen mit niedriger Bodenhaftung: Schlamm, Sand, Schnee, loses Gestein und steile Hänge, wo Gewichtsverteilung und mehrere Aufstandsflächen verhindern, dass das Fahrzeug steckenbleibt. Auf Asphalt bringt Allradantrieb zusätzliches Gewicht, Komplexität und Rotationswiderstand mit sich; ein Standard-Hecktriebler beschleunigt schneller und verbraucht auf Teer weniger Kraftstoff. Der echte Vorteil zeigt sich, wenn eine Achse anfängt zu rutschen: die angetriebenen Räder der anderen Achse halten das Fahrzeug in Bewegung, wo es sonst steckenbleiben würde.
Ausfallszenarien umfassen Beschädigungen durch Blockierungsverschleiß, wenn Zuschaltallrad auf griffigen Flächen wie Asphalt eingekuppelt wird, was Vorder- und Hinterachse zwingt, mit unterschiedlichen Drehzahlen zu rotieren, während sie verriegelt sind, und das Verteilergetriebe und Differenzial belastet. Versiegelte Vordernaben bei Zuschaltanlagen können lecken und lassen Feuchtigkeit in die Achsenlager eindringen. Bei Permanentsystemen lässt ein ausfallender Mitteldifferenzial das Fahrzeug in einem permanenten Hochwiderstands-Zustand.
Die Bezeichnung spiegelt das einfache Prinzip wider: Kraft erreicht vier Räder statt zwei. Hersteller verwischen den Begriff manchmal mit Allrad, das typischerweise offene Differenziale und elektronische Drehmomentverteilung statt eines mechanischen Verteilergetriebes nutzt und für Straßenfahrt statt extremes Gelände ausgelegt ist. Der Unterschied ist für Fahrer wichtig, weil Allradfahrzeuge andere Fahrtechnik und Wartung erfordern als Allrad-Modelle.