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Elektrotechnik

Glare

Englisch: glare

Eine Rufkollision; die Situation, in der ein eingehender Ruf gleichzeitig mit einem ausgehenden Ruf auftritt.

Glare: gleichzeitige Kollision von eingehenden und ausgehenden Anrufen

In Telefonvermittlungssystemen tritt Glare auf, wenn ein eingehender Anruf eine Vermittlung genau in dem Moment erreicht, in dem ein ausgehender Anruf von derselben Leitung oder einem Trunk abgeht. Sowohl die Vermittlung als auch die ferne Vermittlung versuchen gleichzeitig, dieselbe Schaltungsressource zu belegen, was einen Konflikt erzeugt, den die Schaltungslogik auflösen muss, um Anrufabbruch oder Nebensprachstörungen zu vermeiden.

Glare tritt am häufigsten auf Zweirichtungs-Trunk-Leitungen auf, die Vermittlungen verbinden, wo der Datenverkehr in beide Richtungen über denselben physischen Weg fließt. In älteren elektromechanischen Systemen erkannte der Schaltapparat die Kollision durch Abschaltbedingungen, die innerhalb von Mikrosekunden an beiden Enden auftraten. Moderne digitale Systeme erkennen Glare durch Signalisierungsprotokolle, die den Kollisionszustand offenbaren, bevor Sprach- oder Datenpfade hergestellt werden.

Auflösung und Vorbeugung

Telefonvermittlungen handhaben Glare durch vorgegebene Prioritätsregeln. In den meisten Systemen hat eine Richtung Vorrang: der ausgehende Anruf wird durchgestellt, während der eingehende Anruf ein Besetztsignal erhält oder auf eine alternative Schaltung umgeleitet wird. Einige Systeme nutzen Ungerade-Gerade-Regeln basierend auf der Trunk-Nummerierung oder Zeitmultiplexing, um die Schaltung deterministisch zuzuweisen. Die Schaltungssoftware muss die Kollision innerhalb von Zehnteln von Millisekunden auflösen, um merkliche Verzögerungen oder Anrufabbrüche zu vermeiden.

Glare wird während Spitzenlastzeiten häufiger, wenn Trunk-Schaltungen sich der Sättigung nähern. Systeme mit angemessener Trunk-Kapazität weisen Glare-Quoten unter 1 Prozent auf; stark belastete Netze können Quoten von 2 bis 5 Prozent aufweisen. Das Problem wird in modernen digitalen Vermittlungen mit großen Trunk-Gruppen und fortschrittlichen Anrufweiterleitung-Algorithmen praktisch eliminiert, aber Altnetze und Einzeltrunk-Schaltungen bleiben anfällig.

Der Begriff stammt aus der elektromechanischen Vermittlung, wo die konkurrierenden elektrischen Signale sichtbares Funkenschlagen oder Lichtbogenbildung an den Relaiskontakten erzeugten und tatsächlich Glühen hervorriefen. Obwohl moderne Systeme elektronische Schaltung ohne sichtbares Licht nutzen, blieb die Terminologie erhalten, da das logische Konzept für das Design von Trunk-Schaltungen und Netzwerk-Engineering zentral blieb.

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