setzen
Englisch: compose
Schrift in einem Setzschiff für den Druck anordnen; Satz herstellen.
Setzen: Einzelne Metalllettern für die Druckerpresse von Hand anordnen
Setzen bedeutet, einzelne Metalllettern eine nach der anderen in Zeilen und Seiten für den Druck anzuordnen. Ein Setzer hält eine Setzlinie, ein kleines Metalllineal mit beweglichem Ende, und platziert darin Buchstabe für Buchstabe, wobei er von links nach rechts Wörter und Zeilen aufbaut. Ist eine Zeile voll, wird sie herausgenommen und beiseitegelegt, und die Setzlinie wird für die nächste Zeile geleert. Dieses grundlegende Verfahren war bis ins späte neunzehnte Jahrhundert die einzige Möglichkeit, Texte für den Buchdruck vorzubereiten.
Der Setzer arbeitet mit Lettern, die in einer Setzlade aufbewahrt werden, einem Holzkasten mit dutzenden kleinen Fächern, in denen jeweils ein Buchstabe, eine Ziffer oder ein Satzzeichen in einer bestimmten Größe und Schriftart untergebracht ist. Großbuchstaben sitzen in der Oberkiste (daher stammt der Begriff "Großbuchstaben"), während kleine Buchstaben die Unterkiste belegen. Geschwindigkeit und Genauigkeit sind unerlässlich; ein Setzer konnte täglich 1.000 bis 2.000 Zeichen setzen. Die angeordneten Lettern müssen in einem Setzrahmen, einem rechteckigen Rahmen, festgesperrt werden und absolut fest sitzen, damit die Buchstaben während des Einfärbens und Druckens nicht verrutschen.
Häufige Varianten sind das Handsetzen von Auszeichnungslettern (großen Überschriften) und Textlettern (kleinere laufende Text), die jeweils unterschiedliche Handgriffe und Abstände erfordern. Durchschüsse, dünne Metallstreifen, die zwischen die Zeilen gelegt werden, um vertikalen Platz zu schaffen, müssen während der Arbeit eingefügt werden. Ein einziger vertauschter Buchstabe oder eine umgekehrte Letter kann eine gedruckte Seite ruinieren; deshalb muss der gesetzte Text rückwärts gelesen und sorgfältig kontrolliert werden, bevor er in den Druck geht.
Das Setzen wurde im zwanzigsten Jahrhundert schnell obsolet durch die Einführung von Linotype- und Monotype-Maschinen, die ganze Zeilen oder Buchstaben automatisch gossen. In den 1960er Jahren hatte die Fotosatz-Technik sowohl das Handsetzen als auch die maschinelle Setzerei in den meisten Druckereien verdrängt. Heute überlebt der Begriff hauptsächlich als historische Bezeichnung, obwohl Hobbyisten des Buchdrucks und Kunstschaffende immer noch bewusst von Hand setzen, um die charakteristischen ästhetischen Qualitäten zu erreichen.