Kurbelwellenlauf
Englisch: crankwalk
Zustand mit übermäßigem Spiel in der Kurbelwellenausrichtung, wobei sie vor und zurück driften kann und zu Fehlausrichtungen im Motor führt.
Crankwalk: Axialspiel der Kurbelwelle durch verschlissene Hauptlagerkleberäume
Crankwalk tritt auf, wenn eine Kurbelwelle so viel Spiel in ihren Hauptlagern aufgebaut hat, dass sie sich seitlich im Motorblock bewegen kann und vor und zurück entlang ihrer Achse verschiebt. Dies geschieht durch Verschleiß der Lagerflächen im Laufe der Zeit oder durch Beschädigungen, Korrosion oder unsachgemäße Montage. Die Welle oszilliert in Reaktion auf Verbrennungsdruck und Trägheitskräfte, statt auf ihrer richtigen Mittellinie fixiert zu bleiben.
Die physische Folge ist Metall-zu-Metall-Kontakt an Stellen, wo ein Schmiermittelfilm vorhanden sein sollte. Die Kurbelwellenzapfen können an den Lagerkanten oder Stegen reiben, und zeitgesteuerte Komponenten wie die Nockenwelle, die Ölpumpenantrieb oder die Einspritzbumpe können die Synchronisation verlieren. Schwere Fälle führen zu Riefen auf den Zapfenflächen, verstärktem Verschleiß der Kolbenringe durch Fehlausrichtung und schließlich zum Festfressen.
Erkennung und Diagnose
Frühe Anzeichen sind raues Leerlaufverhalten, Leistungsverlust und Klopfen aus dem Kurbelgehäuse. Ein Mechaniker kann Crankwalk bestätigen, indem er das Axialspiel mit einem Messschieber misst, der auf der Riemenscheibe der Kurbelwelle montiert ist, während er die Welle von Hand hin und her bewegt. Eine Bewegung außerhalb der Herstellervorgaben (typischerweise 0,002 bis 0,005 Zoll oder 0,05 bis 0,13 Millimeter je nach Motortyp) deutet auf zu viel Spiel hin. Eine Endoskopkontrolle der Hauptlagersättel kann Verschleißmuster auf den Lagerschalen offenbaren.
Crankwalk unterscheidet sich von der Kurbelwellenumlaufgenauigkeit, bei der es sich um radiales Spiel (Seitenschlag) handelt und nicht um axiales Verschieben. Beide beeinträchtigen die Motorleistung, aber Crankwalk bezieht sich speziell auf das Längsachsenspiel, das der gesamten Welle ermöglicht, sich entlang der Mittellinie des Blocks zu verschieben.
Der Verschleiß tritt am häufigsten bei hochgelaufenen Motoren auf, kommt aber auch bei Motoren vor, die über längere Zeit im Leerlauf betrieben werden und dabei unzureichende Ölwechsel aufweisen, oder bei überholten Motoren, bei denen die Hauptlagerkleberäume locker eingestellt wurden, um ein anfänglich enges Fit zu vermeiden. Industrie- und Schiffsmotoren, die unter Dauerlast arbeiten, sind besonders gefährdet, wenn die Serviceveranstaltungen ausfallen.