Bahnkreuzung
Englisch: cross junction
Stelle, wo zwei Eisenbahngleise ohne Weichen überkreuzen, etwa wo verschiedene Strecken sich treffen.
Kreuzung: Stelle, an der sich zwei Gleise auf gleicher Höhe kreuzen, ohne zusammenzuführen
Eine Kreuzung ist eine Stelle, an der sich zwei Eisenbahnlinien auf derselben Höhe schneiden und die Gleise sich in einem Winkel kreuzen (typischerweise 90 Grad, wobei auch spitzere Winkel vorkommen). Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Weiche oder einem Ausweichgleis gibt es keinen Mechanismus, um den Verkehr von einer Linie zur anderen umzuleiten. Ein Zug auf jedem Gleis fährt geradeaus durch die Kreuzung; die Schienen beider Linien nehmen nur an der Kreuzungsstelle selbst denselben physischen Raum ein.
Die geometrische Herausforderung an einer Kreuzung ist erheblich. In dem Moment, in dem ein Spurkranz von einem Gleis eine Schiene der kreuzenden Linie berühren würde, muss eine rautenförmige Schließung vorhanden sein. Dies wird durch die Kreuzung selbst erreicht, eine gefertigte Einheit, in der vier Schienen zusammentreffen. Die Spurführungskanäle (Nuten in den Schienen, die Spurkränze führen und stützen) sind an der Kreuzung unterbrochen und hinterlassen einen kleinen Spalt oder offenen Bereich, über den Räder für einige Zentimeter ungestützt fahren müssen. Die genaue Breite und Geometrie dieses Spalts ist entscheidend; wenn er zu breit ist, kann ein Spurkranz darin einsinken und zum Entgleisen führen.
Kreuzungen entstehen dort, wo sich die Linien zweier unabhängiger Bahnbetreiber ohne Betriebsverbindung kreuzen müssen, oder an Niveaukreuzungen, wo Geographie oder Kosten einen Überführungsbau verhindern. Sie sind häufig an stark belasteten städtischen Bahnknoten anzutreffen, wo sich Strecken mehrerer Unternehmen kreuzen. Anders als bei einer Weichenkreuzung trägt eine Kreuzung nur minimal zur Flexibilität der Streckenführung bei, erlegt aber keine Geschwindigkeitsbeschränkung auf, wenn sie ordnungsgemäß instandgehalten wird. Züge, die mit Geschwindigkeit fahren, können einen ruckartigen Übergang spüren, wenn das Rad von einem Schienenprofil zur Kreuzungseinheit und zurück wechselt.
Die Instandhaltung ist aufwändig. Die rautenförmige Kreuzungseinheit muss mit hoher Präzision eingebaut und regelmäßig auf Verschleiß, Setzung und Beschädigungen durch Stoßbelastungen überprüft werden. Die Spurführungskanäle müssen von Schmutz und Eis im Winter freigehalten werden. Eine abgenutzte oder falsch ausgerichtete Kreuzung erzeugt Geräusche, beschleunigt die Abnutzung von Rad und Schiene und stellt ein Entgleisungsrisiko dar. Der Austausch einer rautenförmigen Kreuzung ist teuer und erfordert häufig vorübergehend einspurige Betriebsweise oder Geschwindigkeitsbeschränkungen während des Einbaus.
In der modernen Eisenbahntechnik unterscheidet sich eine Kreuzung von einer Niveaukreuzung (die eine Überführung oder einen Unterpass nutzt) und von einer Weichenkreuzung (die Weichen verwendet). Einige Ingenieure bezeichnen die Kreuzungseinheit selbst als Raute, weil sie von oben betrachtet eine vierspitzige Form hat. Auf Museumsbahnen und stark befahrenen städtischen Strecken ist die reibungslose Passage von Zügen über eine abgenutzte Kreuzung eine Frage von Fahrplan und Sicherheit.