Pool
Englisch: pool
Gegenseitige Vereinbarung zwischen konkurrierenden Eisenbahngesellschaften, wonach die Einnahmen aller zusammengefasst und dann pro rata gemäß Vereinbarung verteilt werden.
Pool: Umsatzausgleichskartell zwischen konkurrierenden Eisenbahnen
Ein Pool ist eine formelle Vereinbarung zwischen zwei oder mehr konkurrierenden Eisenbahnunternehmen, ihre Fracht- oder Fahrgasteinnahmen zusammenzufassen und nach einer festgelegten Formel umzuverteilen, anstatt um einzelne Transporte oder Strecken zu konkurrieren. Die am Pool beteiligten Bahnen behielten separate Betriebe und Fahrpläne; nur die finanzielle Abrechnung am Ende jeder Abrechnungsperiode wurde zusammengefasst. Jedes Mitgliedsunternehmen sammelte sein eigenes Geschäft ein, führte aber die Einnahmen in einen gemeinsamen Fonds ab, der dann unter den Mitgliedern verteilt wurde, normalerweise im Verhältnis zu ihrem vereinbarten Anteil oder ihrem historischen Verkehrsaufkommen.
Pools entstanden im 19. Jahrhundert, als Eisenbahnen versuchten, Tarife zu stabilisieren und ruinöse Preiskämpfe zu vermeiden. Ein Pool für einen bestimmten Korridor oder eine Warenart legte fest, wie die Gesamteinnahmen aufgeteilt würden. Zum Beispiel könnten sich drei Linien, die die gleiche Strecke bedienen, einigen, dass Linie A 40 Prozent, Linie B 35 Prozent und Linie C 25 Prozent der Gesamteinnahmen erhält, unabhängig davon, welche Linie tatsächlich die Fracht befördert hat. Diese Vereinbarung reduzierte den Anreiz, Konkurrenten zu unterbieten, und ermöglichte kleineren Betreibern, mit größeren Systemen auf gleichberechtigterer Basis zu konkurrieren.
Pools nahmen viele Formen an. Einige galten nur für Fernverkehr zwischen großen Knotenpunkten; andere umfassten Nebenbahn- oder lokales Geschäft. Getreidepools, Viehpools und Kohlepools waren in Agrar- und Bergbauregionen verbreitet. Einige Pools beinhalteten Durchgangsverkehrsbeteiligung, bei der die Fracht eines Versenders in regelmäßigen Abständen unter die Mitgliedsbahnen aufgeteilt würde. Dokumentationen von Poolvereinbarungen waren typischerweise minimal und stützten sich stattdessen auf mündliche Absprachen und periodische Abrechnungsauszüge zwischen den Frachtchefs.
Warum Pools in der Praxis scheiterten
Pools erwiesen sich als chronisch instabil, weil die Mitglieder ständig in Versuchung geraten konnten zu betrügen. Eine Eisenbahn konnte Versendern heimlich niedrigere Tarife anbieten oder Frachtklassifizierungen manipulieren, um Geschäfte zu beanspruchen, das Konkurrenten hätte zufall sollen, und so ihre eigenen Einnahmen aufblasen, während sie den Poolfonds kürzten. Die Aufdeckung war schwierig; bis Unstimmigkeiten in monatlichen Abrechnungen erschienen, hatte der Betrüger bereits Verkehre verlagert oder Transporte neu klassifiziert. Das Vertrauen schwand schnell, und Pools kollabidierten normalerweise innerhalb von zwei bis fünf Jahren.
Der Interstate Commerce Act von 1887 und nachfolgende Gesetze untersagten Pooling bei U.S. Trägern effektiv, obwohl Pools in bestimmten Regionen und für bestimmte Güter informell über Jahrzehnte hinweg bestanden. Ihr Vermächtnis war die Erkenntnis, dass informeller Umsatzausgleich echten Wettbewerb oder wirksame behördliche Tarifregulierung nicht ersetzen konnte. Der Begriff bleibt in Eisenbahngeschichtswerken als Kurzform für die instabilen Wettbewerbsarrangements erhalten, die moderner Gemeinkostenregelung vorangingen.