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Bahntechnik

Entgleisung

Englisch: derailment

Das Verlassen der Schienen durch eine Lokomotive oder einen Zug.

Entgleisung: Zug verlässt ungeplant die Schiene

Eine Entgleisung tritt auf, wenn ein oder mehrere Räder einer Lokomotive oder eines Schienenfahrzeugs den Kontakt zur Schienenkopfkante verlieren und auf oder neben die Gleisstruktur klettern oder rutschen. Das Fahrzeug kann je nach Geschwindigkeit, Last und Gleisgeometrie aufrecht auf dem Schotter und den Schwellen bleiben, sich auf die Seite neigen oder komplett umkippen. Entgleisungen reichen von Vorfällen mit niedriger Geschwindigkeit, bei denen ein Zug mit minimalem Schaden wieder aufgegleist werden kann, bis zu Hochgeschwindigkeitsunfällen, die Rollmaterial und Infrastruktur zerstören.

Die häufigsten Ursachen sind Gleismängel, unzureichende Instandhaltung oder Bedienungsfehler. Korrodierte oder gebrochene Schienen, auseinandergesprengte Spurweite (Schienen, die breiter als die Normspurweite auseinandergedrückt sind) oder abgenutzte Radreifen, die die Schienenkopfkante nicht mehr greifen, können Entgleisungen bei normalen Betriebsgeschwindigkeiten auslösen. Enge Kurven bei zu hoher Geschwindigkeit, besonders bei schweren Lasten, können dazu führen, dass äußere Räder die Außenschiene hochklettern. Verschmutzung, Eis oder Schnee zwischen den Schienen wirken wie ein Keil. Gebrochene Räder oder Achsen versagen plötzlich und katastrophal.

Erkennung und Folgen

Moderne Eisenbahnen nutzen streckengebundene Detektoren, um überhitzte Achslager, schleifende Ausrüstungen und Radmängel zu erkennen, bevor sie eine Entgleisung verursachen. Entgleisvorrichtungen (tragbar oder fest) werden auf Nebengleisen oder an Niveauübergängen angebracht, um Räder bei unerwünschten Bewegungen auf kontrollierte Weise aus dem Gleis zu zwingen und so ein Weiterrollendes Güterzuges auf ein besetztes Gleis zu verhindern. Nach einer Entgleisung konzentriert sich die Untersuchung auf Gleisgeometrie, Radbeschaffenheit, Geschwindigkeitsdaten aus Ereignisschreibern und Lastverteilung, um die Grundursache zu ermitteln und ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Der Begriff entspricht der wörtlichen Bedeutung: Der Zug hat die Schiene verlassen (de vom Lateinischen de, Schiene vom Französischen raille). Im Schienenverkehr bezog sich Schiene ursprünglich auf die hölzerne oder eiserne Führungsstruktur selbst, nicht auf das gesamte Gleissystem. Eine Entgleisung wird je nach Schweregrad als gering (niedrige Geschwindigkeit, einfache Bergung), erheblich (hohe Geschwindigkeit oder Schäden) oder katastrophal (Todesfälle oder großflächige Infrastrukturschäden) klassifiziert. Geschwindigkeit, Tonnage und Gleisklasse beeinflussen, ob ein bestimmter Mangel zu einer Entgleisung führt oder nur zu rauerem Fahrtverhalten.

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