Ebene Gleiskreuzung
Englisch: flat junction
Eine Kreuzung zwischen zwei Eisenbahngleisen auf gleicher Höhe.
Ebene Kreuzung: sich kreuzende Gleise auf gleicher Höhe, keine Höhentrennung
Eine ebene Kreuzung ist eine Stelle, an der sich zwei Bahnstrecken in der gleichen Höhe schneiden, wobei kein Gleis gegenüber dem anderen erhöht oder abgesenkt ist. Die Schienen kreuzen sich physisch in einer horizontalen Ebene, was auch als Bahnübergang oder Gleiskreuzung bezeichnet wird. Dies ist die einfachste und kostengünstigste Form einer Bahnkreuzung, da keine Brücken, Unterführungen oder Dammarbeiten erforderlich sind.
Das kritische Element einer ebenen Kreuzung ist die Kreuzungsraute, der vierpunktige Schnittpunkt, an dem sich die Schienen beider Strecken treffen. Die Schienen selbst sind an dieser Stelle speziell ausgeführt oder angepasst: die Innenschiene jedes Gleises ist oft abgeschrägt oder zurückgeschnitten, um den Spurflanschen der Räder vom senkrecht kreuzenden Gleis die Passage ohne Entgleisung zu ermöglichen. Der Kreuzungswinkel liegt typischerweise zwischen 30 und 90 Grad, wobei spitzere Winkel unter 30 Grad zu rauhem Fahrverhalten und geringeren Geschwindigkeiten führen und daher bei Hauptstreckenkreuzungen vermieden werden.
Betriebliche Einschränkungen und Gefahren
Ebene Kreuzungen führen zu unvermeidlichen Konflikten zwischen Zügen aus verschiedenen Richtungen. Zu jedem Zeitpunkt kann nur ein Zug die Kreuzung sicher befahren. Der Zugverkehr wird durch Signalsysteme geregelt, mit Verriegelungen, die verhindern, dass Züge gleichzeitig in die Kreuzung einfahren. Bei stark genutzten Kreuzungen wird dies zum schwerwiegenden Engpass: wartende Züge stauen sich, der Durchsatz sinkt und die Fahrtzeiten nehmen zu. Aus diesem Grund werden ebene Kreuzungen selten auf schnellen Hauptstrecken oder stark befahrenen Strecken verwendet; höhentrennte Kreuzungen oder Umfahrungsschleifen sind bevorzugt, wenn die Kapazitätsanforderungen die Kosten rechtfertigen.
Die Unterhaltskosten sind höher als beim Standardgleis, da die Komponenten der Kreuzungsraute erhöhtem Verschleiß und Schlagbeanspruchung durch auf den Kreuzungswinkel auftreffende Räder ausgesetzt sind. Die Vorkehrung, die bewegliche oder feste Schienenkonstruktion, die die Räder durch die Kreuzung führt, verschleißt schnell und erfordert häufige Kontrolle und Austausch. Beschädigte Vorkeilen und gerissene Kreuzungsschienen sind häufige Ausfallursachen, die bei Nichtentdeckung zu Entgleisungen führen können.
Ebene Kreuzungen finden sich auf Nebenstrecken, in Rangierbahnhöfen und an industriellen Anschlussgleisen, wo die Verkehrsmengen gering und die Geschwindigkeitsanforderungen bescheiden sind. Sie sind unvermeidlich in Nahverkehrsnetzen und Museumsbahnen, wo eine Höhentrennung physikalisch oder wirtschaftlich undurchführbar ist. Die moderne Bahnplanung vermeidet ebene Kreuzungen bei Neubauten in der Regel, aber Tausende sind noch in Betrieb, gesichert durch sorgfältig ausgelegte Signalsysteme und strikte Instandhaltungsprotokolle.