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Bahntechnik

Dieseltriebzug

Englisch: diesel multiple unit

Mehrteiliger Triebzug mit zwei oder mehr Wagen mit Dieselmotorenantrieb, üblicherweise unter dem Wagenboden installiert.

DMU: Selbstfahrende Züge ohne Oberleitung

Ein Dieseltriebwagen ist ein Zug aus zwei oder mehr fest gekuppelten Wagen, von denen jeder einen eigenen Dieselmotor und ein Getriebe trägt. Anders als traditionelle Eisenbahnfahrzeuge, die eine separate Lokomotive benötigen, hat jeder Triebwagen (oder zumindest die meisten) seinen eigenen Fahrantrieb eingebaut. Die Motoren sind längs unter dem Wagenboden montiert. Diese verteilte Kraftverteilung ermöglicht gleichmäßige Beschleunigung, effizientes Bremsen und den Betrieb auf Strecken, wo eine Elektrifizierung unwirtschaftlich wäre.

DMUs sind fast immer als starre Einheiten konfiguriert: Die Wagen bleiben dauerhaft gekuppelt und bilden eine Betriebseinheit. Ein typischer zweiteiliger Zug bringt 300 bis 400 kW Leistung; größere drei- oder vierteilige Einheiten überschreiten 600 kW. Die Dieselmotoren sind üblicherweise 4- oder 6-Zylinder-Einheiten, oft mit Turbolader, kombiniert mit mechanischen oder automatischen Getrieben, die auch hydrodynamische Übertragung zur Glättung der Kraftabgabe enthalten können. Die Tankkapazität liegt typischerweise zwischen 1.500 und 2.500 Litern und ermöglicht Reichweiten von 600 bis 1.000 Kilometern zwischen Betankungen, je nach Gelände und Betriebsprofil.

Der große Vorteil der Triebwagenbauart ist, dass Beschleunigung und Bremsvorgang auf die gesamte Einheit verteilt sind, was Belastungen auf einzelne Drehgestelle reduziert und bessere Leistung auf Landstrecken mit moderaten Geschwindigkeiten ermöglicht. DMUs wurden in Regional- und Nebenbahndiensten in Europa ab den 1950er Jahren dominant, weil sie günstiger in Anschaffung und Betrieb sind als eine Diesellokomotive plus separate führerlose Wagen. Sie erfordern auch kleinere Besatzungen und einfachere Depoteinrichtungen.

Häufige Fehler und Wartung

Unter jedem Wagen montierte Dieselmotoren machen den Innenraum eng, was Überholungen verkompliziert. Die Kühlleistung kann bei hohen Temperaturen kritisch werden, besonders bei niedriger Geschwindigkeit oder in dicht genutzten Nahverkehrsdiensten. Das starre Konzept bedeutet, dass ein Fehler in einem Wagen den gesamten Zug ausfallen lässt; ein einzelner defekter Motor oder ein Getriebe kann nicht einfach stehen gelassen werden. Ältere DMUs mit mechanischen Getrieben zeigen Verschleiß der Kupplungen, während Einheiten mit hydrodynamischen Übertragungen oder Drehmomentwandlern regelmäßige Fluid- und Filterwechsel benötigen.

Der Begriff "Triebwagen" selbst bezieht sich auf die Fähigkeit, jeden angetriebenen Wagen einheitlich zu bedienen: Ein einzelner Fahrerassistent mit Gashebel und Bremse steuert alle Motoren gleichzeitig. Dieses Prinzip gilt auch für Elektrotriebwagen (EMUs), die der gleichen Bauart folgen, aber Strom aus Oberleitungen oder Stromschienen beziehen. In Ländern wie Großbritannien und Deutschland betrieben DMUs bis zur Elektrifizierung oder zum Wettbewerb durch Busverkehr in den letzten Jahrzehnten tausende täglicher Dienste auf Nebenstrecken.

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