diktytaxitisch
Englisch: diktytaxitic
Gefüge bestimmter Basalte mit reichlich eckigen zwischengelagerten Gasbläschen zwischen den Plagioklasleisten.
diktytaxitisch: Basalt mit eckigen Gaslöchern durchsetzt
Die diktytaxitische Textur beschreibt ein charakteristisches Muster in Basaltgestein, bei dem langgestreckte Plagioklas-Kristalle (Feldspäte) durch zahlreiche eckige Hohlräume voneinander getrennt sind. Diese Lücken sind ehemalige Gaskammern, die jetzt leer oder mit Sekundärmineralen gefüllt sind und während der Erstarrung der Lava zwischen den nadelförmigen Kristallen eingeschlossen wurden. Das Ergebnis ist ein Gestein, das unter Vergrößerung porös und skelettartig aussieht, wobei die Plagioklas-Nadeln ein unregelmäßiges dreidimensionales Gerüst mit scharfkantigen Lücken bilden.
Die Hohlräume im diktytaxitischen Basalt sind typischerweise klein, im Millimeterbereich oder feiner, und eckig statt abgerundet. Dies unterscheidet die Textur von vesikular oder mandelsteinartig ausgebildeten Basalten, bei denen Gasblasen kugelförmig sind oder später mit Mineralen wie Zeolithen oder Calcit gefüllt werden. Im diktytaxitischen Gestein folgen die Hohlräume der Geometrie des Kristallwachstums statt der Blasengeometrie und erzeugen dadurch die charakteristische zackige, labyrinthähnliche Oberfläche.
Bildung und Vorkommen
Diktytaxitische Textur entsteht, wenn sich basaltische Lava schnell unter Bedingungen verfestigt, bei denen Plagioklas-Kristalle zuerst erstarren und flüchtige Gase in der schrumpfenden Schmelze zwischen ihnen eingeschlossen werden. Die Kristallleisten wachsen schnell und konkurrierend, während die Gasabfuhr langsam oder blockiert ist. Diese Textur ist am häufigsten in feinkristallinen Basalten mit rascher Abkühlung anzutreffen, besonders in dünnen Lavaströmen, Gängen und abgeschreckten Rändern. Sie ist weniger verbreitet in grobkristallinen Basalten oder in langsam erkalteten intrusiven Gesteinen.
Für Bergbau- und Explorationsgeologen dient die diktytaxitische Textur als Erkennungsmerkmal bei der Analyse von Handstücken und Dünnschliffen. Sie hilft dabei, spezifische Erkaltungsgeschichten und Magmabedingungen zu bestimmen, und kann anzeigen, ob eine basaltische Einheit als dünner Lavastrom oder als schnell erkaltete Intrusion gefördert wurde. Die Textur ist benannt nach dem Griechischen diktyotos (Netzwerk) und taxis (Anordnung), wörtlich also netzartige Anordnung.
Im industriellen Kontext sind diktytaxitische Basalte generell schwächer und brüchiger als dichtere, feinkornigere Sorten, da die eckigen Hohlräume als innere Spannungskonzentratoren und Schwachstellen wirken. Wenn Basalt für Zuschlagsstoffe, Bruchsteine oder Straßenschotter gebrochen wird, kann diktytaxitisches Material unvorhersehbarer brechen und einen höheren Anteil an Feinkorn ergeben, was die Einhaltung von Spezifikationen und die Produktklassifizierung beeinflussen kann.