Trockenbau
Englisch: dry
Gebaut ohne oder ohne Mörtel.
trocken: Mauerwerk durch Reibung gehalten, ohne Zement
Trockenes Mauerwerk bedeutet, Stein, Ziegel oder Blöcke ohne Mörtel als Bindemittel zu verlegen. Die Einheiten werden so dicht gestapelt und gefügt, dass allein Schwerkraft und Reibung sie halten. Diese Methode findet sich bei trocken gestapelten Betonblöcken, Trockensteinmauern (häufig bei Grundstücksgrenzen und Landschaftsgestaltung) und einigen historischen Bauwerken, wo Mörtel knapp war oder Flexibilität geschätzt wurde.
Die Arbeit erfordert Genauigkeit bei Auswahl und Verlegung der Einheiten. Steine oder Blöcke müssen in jeder Schicht relativ einheitlich in der Höhe sein, und die Flächen müssen so nah beieinander liegen, dass Wind- und Wassereindringung beherrschbar bleibt. Trockenes Stapeln von Betonblöcken ergibt typischerweise Wände von 4 bis 12 Zoll Dicke; Lücken zwischen den Einheiten werden durch sorgfältige Auswahl minimiert, aber nicht beseitigt. Einige Systeme nutzen verzahnte Profile oder Absätze, um Auflagerung und seitlichen Widerstand zu verbessern.
Tragfähigkeitsgrenzen und Wetterfestigkeit
Trockenmauern sind gegenüber Zug- und Schubbeanspruchung schwächer als Mörtelkonstruktionen. Sie funktionieren akzeptabel bei eingeschossigen oder niedrigen Bauten und bei nichttragenden Sichtflächen oder Zäunen, sind aber ungeeignet für hohe Bauwerke oder Erdbebenzonen, wo die Bauordnung mörtelgebundenes Mauerwerk verlangt. Wassereindringung ist die hauptsächliche Beständigkeitssorge; Kapillaraufstieg und Frost-Tau-Wechsel können Einheiten im Laufe der Zeit destabilisieren, wenn die Mauer wettergefährdet ohne Schutzschicht oder Rückwand ist.
Trockene Bauweise wird bei Böschungssicherungen im Gartenbau (oft mit Geogitter verstärkt), Verblendpaneelen und temporären Baustellenschranken eingesetzt. Einige Betonfertigteilhersteller fertigen Trockenblöcke mit geformten Kanten an, um sichtbare Fugen zu reduzieren. Das Verfahren ist beliebt, wenn Geschwindigkeit zählt, Umarbeit häufig vorkommt oder Rückbaubarkeit erwünscht ist, da Einheiten ohne Mörtelbruch entfernt und wiederverwendet werden können.
Die Begrifflichkeit spiegelt die buchstäbliche Abwesenheit eines feuchten Bindemittels wider. Im Gegensatz dazu verlässt sich nasse Bauweise auf Mörtel oder Injektionsmasse, um Fugen zu füllen und Lasten zu verteilen. Bauordnungen unterscheiden trockenes Mauerwerk durch niedrigere zulässige Flächenlasten und verlangen häufig Rückstützung oder Verstärkung, wenn es in tragenden Anwendungen verwendet wird.