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Luftfahrttechnik

eLISA

Abkürzung für evolved Laser Interferometer Space Antenna; geplante Mission der Europäischen Weltraumorganisation zur Detektion und präzisen Messung von Gravitationswellen.

eLISA: Gravitationswellendetektor für den Weltraum

eLISA ist ein weltraumgestütztes Gravitationswellenobservatorium, das von der Europäischen Weltraumorganisation entwickelt wird. Es soll die Verzerrungen der Raumzeit messen, die durch beschleunigte massive Objekte entstehen. Anders als bodengestützte Detektoren wie LIGO, die in Gravitationsfeldern der Erde arbeiten und mit seismischem Rauschen sowie thermischen Schwingungen kämpfen müssen, positioniert eLISA drei Raumschiffe in einer Dreieckskonfiguration über Millionen von Kilometern Abstand. Dies erzeugt ein Interferometer, das frei von irdischen Störungen ist. Die Mission entwickelte sich aus dem ursprünglichen LISA-Konzept aus den 1990er Jahren. eLISA (evolved LISA) stellt einen umgestalteten, kostengünstigeren Ansatz dar, der die wissenschaftlichen Kernziele beibehält und gleichzeitig die technische Komplexität verringert.

Der Detektor misst winzige Änderungen der Abstände zwischen drei Raumfahrzeugen, die 1 bis 2,5 Millionen Kilometer voneinander entfernt sind. Laserstrahlen springen zwischen den Raumfahrzeugen hin und her. Gravitationswellen, die durch die Raumzeit wandern, komprimieren und dehnen diesen Abstand in Größenordnungen aus, die viel zu klein für direkte Messungen sind und Präzisions-Interferometrie erfordern. Da Gravitationswellen mit Lichtgeschwindigkeit reisen und ihre Effekte außerordentlich schwach sind, muss der Detektor eine Laserfréquenzstabilität besser als eins zu 10 hoch 21 erreichen und Abstandsänderungen von 10 Pikometern oder kleiner messen. Das erfordert Technologie an den Grenzen der heutigen Optik und Raumfahrttechnik.

Nachweisbarkeit und Quellereignisse

eLISA zielt auf niederfrequente Gravitationswellen zwischen 0,1 und 100 Millihertz ab, ein Frequenzband, das bodengestützten Detektoren nicht zugänglich ist, da diese durch die Größe der Erde und Gravitationsgradienten begrenzt sind. Dieser Frequenzbereich umfasst Ereignisse, die erdgebundene Instrumente nicht beobachten können: das Inspiral und die Verschmelzung supermassiver schwarzer Löcher in Galaxienkernen (Millionen Sonnenmassen), Kollisionen von schwarzen Löchern mittlerer Masse und bestimmte Klassen von Neutronensternverschmelzungen in ihrer frühen Phase. Die enorme Größe und Isolation des Weltraums machen eLISA empfindlich für Ereignisse überall im beobachtbaren Universum, während LIGO und Virgo auf relativ nahe gelegene Quellen innerhalb von etwa 1 Gigaparsec beschränkt sind.

Das Missionsdesign enthält Trägheitssensoren an Bord jedes Raumfahrzeugs, um diese von Beschleunigungen durch Strahlungsdruck der Sonne, Sternwind und Staubschlag zu isolieren. Mikro-Triebwerke erhalten die relativen Positionen, und die Raumfahrzeuge selbst wirken als frei fallende Testmassen, die die Interferometerarme definieren. Wärme- und Magnetabschirmung schützen die Laseroptiken und Sensoren vor Umweltrauschen; selbst kleine Temperaturschwankungen über den Apparat hinweg verschlechtern die Messfeinheit, die erforderlich ist, um Signale mit Dehnungsamplituden um 10 hoch minus 21 zu erkennen.

eLISA stellt einen grundlegenden Wandel dar, wie sich die Gravitationswellenastronomie über die bereits von LIGO bestätigten Verschmelzungen von Neutronensternpaaren und schwarzen Löchern stellarer Masse hinaus erweitern wird. Sein Detektionsbereich und seine Empfindlichkeit gegenüber der Dynamik supermassiver schwarzer Löcher öffnen ein völlig neues Beobachtungsfenster zum Universum. Dies ermöglicht Tests der allgemeinen Relativitätstheorie in extremen Bereichen und Beschränkungen auf die Natur der Raumzeit selbst. Die aktuelle Missionsplanung zielt auf einen Start in den 2030er Jahren ab; die Konstellation aus drei Raumfahrzeugen erfordert beispiellose Präzision beim Formationsflug und Lasertechnologie in der rauen Umgebung des Weltraums.

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