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Bahntechnik

ERTMS

Initialisierung von European Rail Traffic Management System, eine Initiative zur wesentlichen Verbesserung der Sicherheit, Steigerung der Effizienz von Zügen und Verbesserung der grenzüberschreitenden Interoperabilität des Schienenverkehrs in Europa.

ERTMS: Europas einheitlicher Eisenbahn-Signalisierungsstandard

ERTMS steht für European Rail Traffic Management System. Es ist eine standardisierte Signalisierungs- und Zugsteuerungsarchitektur, die das Flickwerk unverträglicher nationaler Systeme ersetzen soll, die europäische Eisenbahnen seit dem 19. Jahrhundert zersplittert haben. Ein mit ERTMS ausgestatteter Zug kann Grenzen überschreiten, ohne anzuhalten und Signalisierungsausrüstung zu wechseln oder Fahrerprotokolle zu ändern, vorausgesetzt das Netz auf der Empfängerseite nutzt ebenfalls ERTMS.

Das System hat zwei Hauptschichten. Die untere Schicht, GSM-R (Global System for Mobile Communications - Railway), ist ein spezialisiertes Funknetz für durchgehende bidirektionale Kommunikation zwischen Zügen und der Streckeninfrastruktur. Die obere Schicht, das European Train Control System (ETCS), verarbeitet diese Daten zur Einhaltung sicherer Bremsstrecken, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fahraufträge. ETCS selbst kommt in vier Stufen, von Stufe 1 (einfache Führerstand-Signalisierung mit beibehaltenen Signalen am Streckenrand) bis Stufe 3 (Moving-Block-Betrieb, bei dem Züge keinen festen Signalisierungsabschnitten folgen müssen).

Die Installation ist teuer und störend. Ein Eisenbahnbetreiber muss Lokomotiven und Triebwagen mit Bordsystemen ausstatten, streckenseitige Balisen oder durchgehende Funkübertragung installieren und Signalisierungsleitstellen modernisieren. Die meisten europäischen Netze werden eher schrittweise ausgebaut als komplett erneuert. Frankreich, Deutschland und die Benelux-Länder haben kräftig investiert; viele südeuropäische und osteuropäische Strecken nutzen noch ältere Systeme. Interoperabilitätsgewinne sind real, werden aber langsam erreicht, Netz für Netz.

Warum die Sicherheit unter ERTMS steigt

Das System erzwingt Geschwindigkeit und Abstand durchgehend, statt auf Signalbilder am Streckenrand zu verlassen, die Fahrer interpretieren müssen. Ein Zug kann die für seinen aktuellen Streckenabschnitt berechnete Geschwindigkeit und den Abstand zum nächsten Zug nicht überschreiten; die Bordsysteme bremsen automatisch, wenn der Fahrer es nicht tut. Dies beseitigt menschliche Fehler, die historisch viele Kollisionen und Überfahrten verursacht haben. Die standardisierten Protokolle reduzieren auch den Schulungsaufwand und die Verwirrung, wenn Fahrer länderübergreifend fahren.

ERTMS wurde in den 1990er-Jahren von der Europäischen Kommission und der Europäischen Eisenbahnagentur als Teil des Programms Trans-European Transport Network eingeleitet. Eine vollständige Bereitstellung auf allen transeuropäischen Eisenbahnkorridoren ist für die 2030er-Jahre geplant, aber viele Regional- und Güterstrecken werden Jahrzehnte lang noch ältere Signalisierung nutzen. Die Initiative bleibt technisch solide, ist aber politisch fragmentiert, unterworfen Budgetbeschränkungen und der Abneigung einiger nationaler Betreiber, funktionierende Infrastruktur aufzugeben.

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