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Bahntechnik

Kuhfänger

Englisch: cowcatcher

Eine pflugähnliche, meist keilförmig oder V-förmig ausgebildete Vorrichtung an der Stirnseite einer Lokomotive oder eines anderen großen Fahrzeugs, die Gegenstände auf den Schienen beiseite schiebt oder ablenkt, um die Zugstrecke freizuhalten und Entgleisungen oder schwere Beschädigungen zu verhindern.

Kuhfänger: der Keil, der die Gleise vor dem Desaster räumt

Ein Kuhfänger ist ein schwerer Rahmen, der an der Vorderseite einer Lokomotive befestigt ist und wie eine Pflugschar oder ein V-förmiger Keil geformt ist, der nach unten und außen vom Rahmen absteht. Seine Aufgabe ist einfach und direkt: Hindernisse auf den Gleisen ablenken oder beiseite schieben, Tierkadaver, Schutt oder im schlimmsten Fall Vieh, das auf die Strecke geraten ist. Indem der Kuhfänger das Hindernis in einem Winkel von den Rädern weg lenkt, statt es frontal zu treffen, verringert er das Risiko eines Entgleisens oder eines plötzlichen Aufpralls, der eine Kupplung reißen oder den Kessel beschädigen könnte.

Das klassische amerikanische Design des mittleren 19. Jahrhunderts war ein offener V-förmiger Rahmen aus Schmiedeeisen oder Stahl, vorne breiter und zur Lokomotive hin schmäler werdend. Britische Eisenbahnen bevorzugten oft andere Designs, darunter massive hölzerne oder metallene Gitter, sogenannte "buffer stocks", die Hindernisse auffingen statt abzulenken. Form und Gewicht variierten je nach Eisenbahngesellschaft, Lokomotivklasse und regionaler Praxis. Schwerere Maschinen und schnellere Züge rechtfertigten kräftigere Kuhfänger; Nebenbahnen liefen manchmal ganz ohne. Die meisten auf dem Rahmen montierten Viehschutzvorrichtungen standen zwei bis drei Fuß über der Schienenhöhe, um kleinere Hindernisse abzufangen.

Wartung und Betrieb

Ein verbogener oder gerissener Kuhfänger verlor seine Ablenkungsfähigkeit und risierte, in den Schienen hängenzubleiben. Wartungsmannschaften prüften sie regelmäßig auf Risse, besonders nach schweren Stößen. Bei Schnee oder felsigem Gelände konnten Kuhfänger mit Schutt verstopfen, was die Sichtbarkeit minderte und die Gewichtsverteilung verschob. Einige Eisenbahnen montierten herausnehmbare Abschnitte, die für saisonale Nutzung oder bestimmte Strecken abgenommen werden konnten. Das Gerät addierte Eigengewicht an der Lokomotivvorderseite, verschob den Schwerpunkt und verminderte die Bodenhaftung der Antriebsräder leicht, ein Kompromiss, der als notwendig akzeptiert wurde.

Der Begriff "Kuhfänger" ist amerikanisch; die Vorrichtung erschien in den 1830er Jahren auf Lokomotiven und wurde bis in die 1850er Jahre zum Standard auf amerikanischen Bahnen, besonders als Netzwerke in Regionen mit ungezäuntem Weideland expandierten. Er spiegelte die praktische Umgebung von Grenzlandbahnen wider, wo Vieh frei umherwanderte. Der Name war, so malerisch er auch ist, wörtlich gemeint: Rinder auf den Gleisen waren eine echte Gefahr, besonders in der Dämmerung. Europäische Eisenbahnen, die in eingezäunten Trassen und mit strengerer Viehkontrolle operierten, übernahmen die Vorrichtung selektiver und nannten sie oft mit weniger farbigen Namen.

Im 20. Jahrhundert, als die Einzäunung besser wurde und Bahntrassen besser kontrolliert wurden, wurden Kuhfänger für die Sicherheit weniger entscheidend. Diesel- und Elektrolokomotiven ließen sie oft weg oder verwendeten stattdessen nur eine minimale Stoßstange. Einige Museumsbahnen und arbeitende Dampfloks behalten sie noch, eher aus historischer Authentizität als aus funktionaler Notwendigkeit. Moderne Bahnnetze verlassen sich auf Zäune, Bahnübergangssicherungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen statt auf physikalisches Ablenken von Hindernissen.

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