treiben
Englisch: club
Mit ausgeworfener Ankergruppe in einer Strömung treiben.
club: seitlich treiben bei gesetztem Anker
Clubben bedeutet, seitlich oder abwindig zu treiben, während der Anker hält. Verursacht wird es typischerweise durch eine starke Gezeitenströmung oder einen Windstrom, der die Rumpfseite senkrecht zur Ankerleine drückt. Das Schiff dreht sich nicht um den Ankerpunkt, sondern treibt seitwärts über ihn hinweg, während der Anker zwar gefasst hat, aber die Seitenbewegung nicht verhindern kann. Das ist ein normaler Betriebszustand und keine Fehlfunktion; in Gewässern mit Gezeitenströmung, wo die Strömungsrichtung schneller wechselt als das Schiff drehen kann, passiert es regelmäßig.
Der Mechanismus ist einfach: Wenn Wind oder Strömung von der Seite auf den ankernden Rumpf drücken, will sich das Boot seitwärts bewegen. Hat der Anker guten Halt, dreht sich das Schiff und richtet sich nach der neuen Kraftrichtung aus. Aber bei starken Querströmungen oder während Gezeitenwechsel kann der Druck das Drehmoment überwinden, und der Rumpf gleitet seitwärts ab, während das Ankerkabel angespannt in einem Winkel bleibt. Diese Gleitbewegung ist das Clubben.
Wo Clubben problematisch wird
Im Betrieb wird es in beengten Ankerplätzen kritisch, wo die Seitendrift den Drehrraum aufzehrt. Ein clubbendes Schiff in einem engen Hafen kann andere Schiffe oder Strukturen gefährlich nah heranziehen, obwohl der Anker hält. Schiffswerft-Ankerplätze, Flussleinen und Gezeitenrinnen sind die Problemzonen. Die Ankerkabelspannung kann merklich ansteigen, wenn das Boot der Seitenbewegung Widerstand leistet, und der Ankerwinkel wird steiler, was die Haltekraft schwächt.
Vermeidung und Kontrolle hängen von Wassertiefe, Ankertyp und Kettenlänge ab. In tieferem Wasser hilft eine größere Schlaglänge, weil das Ankerkabel flacher verläuft und Seitenzug besser abhält. In flachen Ankerplätzen mit begrenztem Schlag lässt sich Clubben schwer verhindern und wird oft einfach akzeptiert. Manche Besatzungen verwenden Reserveanker oder Springleinen zu festen Landpunkten, um die Drift zu begrenzen.
Der Begriff leitet sich wahrscheinlich von der keulenförmigen oder abgerundeten Bahn ab, die der Anker beim Clubben beschreibt, oder vom keulenförmigen Druckkegel, den die Strömung um den Rumpf erzeugt. Es ist ein regionaler Begriff, vor allem in der britischen Schifffahrtspraxis gebräuchlich, und weniger im nordamerikanischen Werft-Vokabular anzutreffen. Das Phänomen selbst aber ist überall gleich.