Topsegel
Englisch: topsail
Segel oder eines von zwei Segeln, die unmittelbar über dem Kurs angebracht und auf einem Rahsegler vom Bramstenge getragen werden.
Topsegel: das quadratische Segel zwischen der Rah und dem Himmel
Bei einem Rahsegeler ist das Topsegel das Segel, das am Toppmast gesetzt wird und direkt über dem Kurs liegt (das unterste arbeitende Quadratsegel an jedem Mast). Es fängt Wind in der oberen Luftschicht und ist unverzichtbar, um Vortrieb zu erzeugen, ohne die riesigen Segelflächen eines Kurssegels zu benötigen. Die meisten Schiffe führen pro Mast zwei Topsegel: das Untertopsegel und das Obertopsegel, übereinander angeordnet und durch separate Takelbäume gesteuert.
Das Topsegel hängt an einer waagerechten Stange, der Toppeelrah. An Großmast und Fockmast sitzt die Toppeelrah etwa 30 bis 50 Fuß über der Kursrah, je nach Größe des Schiffes. Das Segel wird oben an dieser Rah befestigt (an der Liköhe) und unten (an der Fuß), wobei stehendes und laufendes Takelwerk die Last verteilen. Da das Topsegel in erheblicher Höhe arbeitet und großem Winddruck ausgesetzt ist, muss das Takelwerk, das es kontrolliert, robust sein: Schoten, Halse und Brassen tragen alle hohe Lasten.
Topsegel stellen praktische Herausforderungen dar, die sie von tieferen Segeln unterscheiden. Sie sind schwerer zu handhaben in der Höhe, da die Mannschaft zu größeren Höhen klettern und auf schmaleren Plattformen arbeiten muss. Das verwendete Tuch ist normalerweise leichter als bei Kursegeln, da der Wind in dieser Höhe oft gleichmäßiger und stärker ist. Das Reffen (Flächenverkleinerung) ist schwieriger als bei einem Kursegel, daher können auf vielen Schiffen die Obertopsegel ganz geborgen werden, anstatt sie in Etappen zu reffen.
Historische Entwicklung und regionale Unterschiede
Der Begriff "Topsegel" stammt aus dem Zeitalter der Segelexpansion im 16. und 17. Jahrhundert. Frühe Rahsegler hatten nur Kursegel; mit verbessertem Design und größeren Rümpfen wurden Toppmast und sein Segel Standard. Im 18. Jahrhundert war die übereinander angeordnete Topsegelbeschickung mit Unter- und Obertopsegel auf großen Schiffen üblich. Verschiedene Nationen und Werften entwickelten etwas unterschiedliche Proportionen und Takelpraktiken, aber das Grundkonzept blieb konstant über europäische, amerikanische und asiatische Handelsflotten hinweg.
Bei Schratsegeln (Schooner, Kutter) wird eine äquivalente Funktion durch ein Gaffeltopsegel erfüllt, das über dem Hauptgaffelsegel gesetzt wird, obwohl sein Name und seine Takelage erheblich unterschiedlich sind. In moderner Segelterminologie bezieht sich Topsegel spezifisch auf das Quadratsegel, nicht auf irgendein Schratsegel über dem Großsegel. Welches Segel gemeint ist, hängt ganz vom Riggtyp des betreffenden Schiffes ab.