säulenförmig
Englisch: fastigiate
Mit dicht beieinander stehenden aufrechten parallelen Ästen versehen.
Säulenform: Bäume gezüchtet zum schmalen, hohen Wuchs
Eine Pflanze in Säulenform, typischerweise ein Baum oder Strauch, hat Äste, die fast senkrecht wachsen und eng gebündelt am Stamm anliegen und so eine säulenförmige oder bleistiftähnliche Silhouette schaffen. Diese Wuchsform kommt bei einigen Arten natürlich vor, wird aber oft gezielt ausgelesen und vermehrt für spezifische landwirtschaftliche und gestalterische Zwecke.
Der Begriff stammt vom lateinischen fastigium, was Gipfel oder Höhepunkt bedeutet. Säulensorten sind beliebt, weil sie bei erheblicher Höhe minimal Platz in der Breite benötigen. Das macht sie wertvoll für Windschutzpflanzungen, Sichtschutz und Baumreihen auf beengtem Raum. Häufige Beispiele sind Pyramiden-Pappeln, säulenförmige Apfelsorten und aufrechte Formen von Esche und Ahorn.
In der Obstbaumwirtschaft erfüllen Säulenobstbäume eine praktische Funktion. Ein normaler Apfelbaum kann eine Breite von 25 bis 30 Fuß erreichen; eine Säulensorte wächst ähnlich hoch, breitet sich aber nur 6 bis 8 Fuß aus, was engere Pflanzabstände und einfachere mechanische Ernte von den Seiten ermöglicht. Dieser Dichtegewinn gleicht die Kosten für intensivere Bewässerung und etwas geringeren Ertrag pro Baum aus.
Züchtung und Vermehrung
Säulenmerkmale entstehen typischerweise durch Mutationen, die die Kontrollmechanismen des Astwinkels beeinflussen. Nach der Identifikation müssen diese Sorten vegetativ vermehrt werden, üblicherweise durch Veredlung auf Unterlagen, da aus Samen gezogene Nachkommen in den typischen Ausbreitungswuchs zurückfallen. Züchter wählen nach Dichte der Astbündelung und Konsistenz des Astwinkels; schlechte Auswahlen erzeugen krumme Bäume mit eigenwilligen Ästen, die unter Last brechen.
In der Praxis brauchen Säulenbäume in ihren frühen Jahren sorgfältige Stütze und Schnitt. Windlast konzentriert sich auf der schmalen Krone, und starke Fruchttracht oder Schneebelastung kann aufrechte Äste nach außen drücken. Einige Sorten behalten die Säulenform zuverlässig; andere werden innerhalb eines Jahrzehnts unförmig. Standortwahl, Windschutz und Sortenwahl sind von großer Bedeutung.