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Bergbau und Gewinnung

Feinerz

Englisch: fell

Der feinkörnige Anteil des Erzes, der beim Klassieren durch Sieben die Maschenöffnungen passiert.

Fell: das feine Staub- und Pulvergut, das nach der Erzbrechung anfällt

Fell ist die Kornfraktion aus zerkleinertem Erz, die beim Primärklassieren durch ein Siebgewebe hindurchgeht. Wenn Rohfördererzgut gebrochen und gesiebt wird, fließt das Material unterhalb der Siebmaschenweite als Fell durch, während grobere Brocken zurückgehalten werden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Fell einer anderen Handhabung und Verarbeitung bedarf als Stückerz: es neigt zum Verbacken, verdichtet sich stark und verursacht Probleme in nachgelagerten Prozessen, wenn es nicht sorgfältig bewirtschaftet wird.

Die Korngrößengrenze zwischen Fell und Siebprodukt hängt von der für die Operation gewählten Siebspezifikation ab. Ein 10-mm-Sieb beispielsweise hält Stückerz zurück, während Fell darunter hindurchgeht. Fell enthält in der Regel einen hohen Anteil an Feingut: Ton, Staub und verwitterte Mineralkörner. Bei der Eisenerzaufbereitung kann Fell 20 bis 40 Prozent des insgesamt zerkleinetem Produkts ausmachen, was jedoch je nach Erzqualität und Gewinnungsmethode variiert.

Handhabung und Verwertung

Fell bereitet praktische Schwierigkeiten. Seine geringe Korngröße erzeugt während Transport und Lagerung Staubbelastung, was Umwelt- und Arbeitsschutzbedenken aufwirft. Die Neigung des Materials, unter seinem Eigengewicht zu verdichten, kann in Bunkern und Schächten zu Brückenbildung führen. Viele Betriebe behandeln Fell separat: es kann mit Bindemitteln agglomeriert und pelletiert werden oder folgt einem eigenen Flotations- oder Konzentrationskreislauf, statt dem Hauptpfad des Stückerzes zu folgen.

Der Begriff Fell stammt aus dem Verhüttungswesen und bezeichnete ursprünglich Material, das buchstäblich durch die Sortiermeschen fiel. In der modernen Aufbereitung ist Fell kein Abfall mehr: die Verwertungsquoten und die nachgelagerte Verarbeitung haben sich so weit verbessert, dass auch feine Körnungen Wertbeitrag leisten. Der alte Name bleibt jedoch bestehen, weil er das mechanische Ergebnis des Siebschrittes selbst beschreibt, unabhängig vom wirtschaftlichen Nutzen.

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