Laschen
Englisch: fishplate
Ein Metallstab, der an den Enden zweier Schienen angeschraubt wird, um sie in einem Gleis miteinander zu verbinden.
Schienenlaschen: der verschraubte Schienenverbinder, der die Schienen zusammenhält
Eine Schienenlasche ist ein Stahlbalken, typischerweise 30 bis 60 cm lang und 10 bis 15 cm breit, der über die Stoßstelle zwischen zwei aneinanderstoßenden Schienenenden verschraubt ist, um sie zu einer durchgehenden Schiene zu verbinden. Der Name kommt von ihrer Form: in der Mitte breiter und an den Enden verjüngt, ähnlich wie ein Fisch. Jede Lasche ist mit vier bis sechs Löchern gebohrt, die mit entsprechenden Löchern in den Schienenstegs auf beiden Seiten der Stoßstelle ausgerichtet sind, und hochwertige Bolzen werden mit Zahnscheiben durchgezogen, um eine starre Verbindung zu schaffen.
Schienenlaschten gibt es in zwei Haupttypen: Standardlaschten für Hauptstreckengleise, die volle Lasten und dynamische Beanspruchungen aufnehmen müssen, und Kompromisslaschten für Nebengleise oder Rangierflächen, wo geringere Belastungen anfallen. Standardlaschten für schwere Schienen (typischerweise 115 bis 136 Pfund Schiene) bestehen aus Mitttelkohlenstoffstahl, wärmebehandet auf etwa 140 ksi Zugfestigkeit. Die Laschten müssen präzise zum Schienenquerschnitt passen; eine 115-Pfund-Schiene erfordert andere Laschten als eine 130-Pfund-Schiene, und sie können nicht austauschbar verwendet werden, ohne das Risiko eines Schienenbruchs einzugehen.
Häufige Ausfälle und Instandhaltung
Schienenlaschten sind Spannungskonzentrationen, an denen Schienenermüdungsrisse häufig entstehen, besonders an den Bolzenlöchern. Bolzen lockern sich unter der kombinierten Wirkung von Vibrationen, thermischen Wechseln und den Seitenkräften beim Kurvenfahren. Auf stark befahrenen Strecken müssen Schienenlaschtenbolzen bei Gleisuntersuchungen regelmäßig nachgespannt werden, typischerweise alle sechs Monate bis zwei Jahre je nach Verkehrsbelastung und Geschwindigkeit. Eine lockere Schienenlasche erzeugt ein charakteristisches Klacken, wenn Radflanschen auf sie treffen, das aus der Entfernung auf ruhigem Gleis hörbar ist.
Die Schienenlasche ist auf Hauptstrecken weitgehend durch Schienenschweißung verdrängt worden, wo nahtloses Schienenmaterial die Stoßstelle vollständig eliminiert und die Instandhaltung reduziert. Jedoch bleiben Schienenlaschten der Standard auf Nebenbahnen, Nebengleisen, Rangierflächen und vielen älteren Anlagen, wo die Kosten für Schienenersatz oder Schweißausrüstung nicht gerechtfertigt sind. Sie werden auch als vorübergehende Lösungen während Gleisarbeiten und an Schienenendpunkten verwendet, wo Ausdehnung bewusst berücksichtigt wird.
Die ordnungsgemäße Montage erfordert, dass Schienenlaschtenbolzen nach Vorgabe angezogen werden (typischerweise 200 bis 270 Nm je nach Bolzendurchmesser und Güte) und dass die Schienenenden sauber aneinanderpassen mit minimalem Spiel. Eine verbogene oder gerissene Schienenlasche oder eine mit beschädigten Bolzenlöchern muss als Satz ersetzt werden; der Versuch, neue Löcher zu bohren oder eine beschädigte Lasche nachzuschweißen, verschärft die strukturelle Schwachstelle und ist nicht akzeptabel nach den Instandhaltungsstandards der Klasse-1-Eisenbahnen.