Nebelschussapparat
Englisch: fog signal
Eine kleine Sprengladung (Zünder), die auf einem Gleis in Nebel platziert wird und von einem vorbeifahrenden Zug ausgelöst wird, um den Lokführer zu warnen.
Knallkapsel: hörbares Warnsignal, das unter den Rädern eines Zuges gezündet wird
Eine Knallkapsel ist eine kleine Metallkapsel mit einer Sprengladung, die zum Befestigen oder Aufsetzen direkt auf einer Eisenbahnschiene ausgelegt ist. Wenn ein Zugrad darüber fährt, zündet das Gewicht des Rades die Ladung und erzeugt einen scharfen Knall, der die Lokomotivführer hören. Bei schlechter Sicht, Nebel oder starkem Regen, wenn optische Signale unzuverlässig sind, dienen Knallkapseln als Sicherungsmittel, um Lokomotivführer auf Streckengefahren, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder nicht sichtbare Signale hinzuweisen.
Der Standard-Aufbau besteht aus einer Metallschale oder Scheibe, normalerweise etwa 50 Millimeter Durchmesser, die eine kleine Menge Knallquecksilber oder Bleiazid als Sprengstoff enthält. Eine Metallklammer oder ein Stahlband hält das Signal fest auf dem Schienenkopf, sodass die Sprengladung direkt im Weg eines herannahenden Rades sitzt. Beim Aufschlag mit ausreichender Kraft erzeugt die Detonation einen lauten Knall, der in großer Entfernung zu hören ist, ein durchdringender Laut, den man in der Dampflokzeit kaum übersehen konnte und der als sekundärer Alarm noch immer wertvoll ist.
Positionierung und Lebensdauer
Knallkapseln werden an bestimmten Stellen in der Strecke aufgebracht, normalerweise etwa 200 Meter vor einem Haltesignal, Vorsignal oder Streckenabschnitt, wo ein Zug die Geschwindigkeit reduzieren oder halten muss. Ein einzelnes Signal genügt oft nicht für sichere Arbeitsweise, deshalb werden zwei oder drei Kapseln in Abständen aufgebracht, um mehrere Detonationen zu gewährleisten, während sich der Zug nähert. Einmal aufgebracht, bleibt eine Knallkapsel einsatzbereit, bis sie gezündet wird; der Sprengstoff entzündet sich nicht von selbst und verwittert auch nicht durch Wetter oder Zeit, und unberührte Signale können wochenlang auf Schienen liegen, wenn kein Zugverkehr darüber führt. Diese Haltbarkeit machte Knallkapseln wertvoll an abgelegenen Stellen oder auf Nebenbahnen mit geringem Verkehrsaufkommen.
Die Haupteinschränkung ist die Zuverlässigkeit bei schlechter Positionierung oder Radschlupf. Eine Kapsel, die zu weit seitlich vom Weg des Rades liegt, zündet möglicherweise nicht. Auf feuchten Schienen kann ein Rad leicht durchrutschen, ohne genug Aufprallkraft für die Zündung zu erzeugen. Die moderne Arbeit stützt sich zunehmend auf elektronische Führerstandssignalisierung und fahrbahnseitige Erkennungssysteme statt auf Knallkapseln, doch diese sind noch immer Teil von Notverfahren auf vielen Bahnen und werden noch hergestellt und gelagert, besonders auf Museumsbahnen und in Regionen, wo Elektrifizierung oder moderne Signaltechnik noch nicht vollständig ausgebaut sind.
Der Begriff Knallkapsel stammt aus dem ursprünglichen Zweck der Ausrüstung in nebelreichen Eisenbahnnetzen des 19. Jahrhunderts, besonders in Großbritannien. Alternative Bezeichnungen sind Detonator, Schienensprengsatz und Schienenkracher, wobei Detonator auch das Sprengstoffteil selbst bezeichnen kann, nicht die vollständige Schienen-Baugruppe. Das Gerät bleibt bemerkenswert in der Eisenbahn-Folklore und Unfallermittlung, da Knallkapseln dokumentarische Hinweise geben können, wann ein Zug fuhr und in welche Richtung, da die Detonation einen Rußstrich oder Abdruck auf der Radfläche hinterlässt.