Liegendes Nebengestein
Englisch: footwall
Die Unterwand einer geschlossenen Erzader.
Liegendgestein: das Gestein unterhalb der Erzlagerstätte
Im Bergbau ist das Liegendgestein der Gesteinskörper, der unterhalb einer geneigten Erzader, eines Flözes oder einer Verwerfungsebene liegt. Man kann es sich als den Boden der mineralisierten Zone vorstellen. Wenn eine Ader in einem Winkel in die Erde einfällt, statt senkrecht nach unten zu verlaufen, ist das Liegendgestein alles, was unter diesem Einfallen sitzt. Es wird dem Hangendgestein gegenübergestellt, das die Gesteinsmasse über der Ader ist. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sich diese beiden Wände während der Ausräumung unterschiedlich verhalten und sehr unterschiedliche geologische Eigenschaften haben können.
Das Liegendgestein wird oft zur Referenzfläche für Bergbauarbeiten. Im Festgesteinsbergbau fahren Bergleute häufig einen "Liegendfahrtsort" entlang der Unterseite des Erzkörpers, wobei sie das stabile Liegendgestein als natürliche Begrenzung und Stützlinie nutzen. Im Steinkohlenbergbau kann das Liegendgestein unter einem Flöz Schiefer, Tonstein oder Sandstein sein; dessen Festigkeit und Stabilität beeinflussen direkt, wie sicher die Kohle gewonnen werden kann. Die Zusammensetzung des Liegendgesteins beeinflusst die Wasserzirkulation, die Strebgestaltung und den Bedarf an zusätzlichen Abstützungskonstruktionen.
Liegendgesteinsschäden und Gebirgssicherung
Der Ausbruch kann das Liegendgestein durch Spannungskonzentrationen beschädigen, besonders in tiefen Bergwerken, wo hoher Druck zu Abplatzungen, Spallungen oder schwereren Brüchen führt. Das Liegendgestein kann Beulen oder Scherbruch erleiden, wenn es schwach oder stark zerklüftet ist. Im Longwall-Abbau kann das Liegendgestein unter dem abgebauten Flöz absenken oder einstürzen, was manchmal bewusst als Teil des Abbauplans gelenkt wird. Das Verständnis der Liegendgesteins-Stabilität ist wesentlich, um ungeplante Einstürze zu verhindern und angemessene Abstützungssysteme auszulegen.
Der Begriff stammt aus der älteren Bergbautradition, in der geneigt liegende geologische Strukturen als Ober- und Unterseite beschrieben wurden, als würde der Bergmann innerhalb der Ader über sie hinwegschauen. Das Liegendgestein ist buchstäblich die Wand, auf der man an der unteren Kante gehen würde. In der modernen Bergbaugeologie ist das Liegendgestein auch deshalb bedeutsam, weil erz bildende Fluide oft anders mit dem Liegendgestein reagieren als mit den umgebenden Gesteinen, was manchmal charakteristische Mineralassoziationen schafft, die Bergleuten helfen, hochwertige Zonen zu identifizieren oder vorherzusagen, wo das Erz endet.