Raffervorrichtung
Englisch: gatherer
Ein Aufsatz an der Nähmaschine zum Anfertigen von Raffungen im Stoff.
Raffler: Stoff-Raffvorrichtung für Nähmaschinen
Ein Raffler ist eine mechanische Vorrichtung, die an einer industriellen oder privaten Nähmaschine angebracht wird und automatisch Stoff entlang der Nahtlinie raff(t), wobei gleichmäßige Falten entstehen. Er funktioniert, indem eine Stoffschicht schneller zugeführt wird als die andere, wodurch der schneller zugeführte Stoff in regelmäßige, enge Falten gepresst wird, während die Nadel die beiden Schichten zusammennäht. Das Ergebnis ist eine geraffte Naht, wie sie häufig in Röcken, Ärmeln, Mieder und anderen Kleidungsteilen zu sehen ist, wo die Fülle in ein schmäleres Bündchen oder eine Manschette kontrolliert werden muss.
Der Raffler besteht aus einer Stoffführung oder einem Druckfuß-System vor der Nadel und einem Transportmechanismus, der so eingestellt werden kann, dass das Raffverhältnis variiert. Einige Ausführungen verwenden einen Doppel-Transportfuß mit unabhängiger Kontrolle der Ober- und Unterstoffgeschwindigkeit; andere nutzen eine einfache Schwingführung, die den Stoff manuell raff(t). Die Menge der Raffung wird durch das Transportverhältnis zwischen den Schichten bestimmt und liegt typischerweise zwischen 1,5:1 und 3:1, abhängig von der Materialstärke und der gewünschten Fülle. Schwerere Stoffe und straffer geraffte Nähte erfordern aggressivere Transportverhältnisse und höheren Druckfuß-Druck.
Raffler arbeiten am besten mit Naturfasern und stabilen Baumwollmischungen mittlerer Stärke. Rutschige Kunstfasern wie Polyester-Charmeuse oder Acetat können unter dem Druckfuß wegrutschen und erzeugen ungleichmäßige oder ausfallende Raffungen. Leichte Stoffe wie Voile und Leinen raffen sauber, erfordern aber sorgsame Fadenspannungskontrolle, um Faltenbildung zu vermeiden. Steife Stoffe wie Denim oder Canvas widerstehen der Raffung und können den Mechanismus blockieren, wenn das Transportverhältnis zu aggressiv eingestellt ist. Die Fadenspannung muss leicht erhöht werden, um die Raffungen zu sichern, ohne die Nadel oder den Faden zu reißen.
Häufige Probleme und Einstellung
Ungleichmäßige Raffungen entstehen meist durch inconsistente Druckfuß-Spannung oder Staubablagerungen auf den Transportzähnen. Übersprungene Stiche oder Fadenrisse treten auf, wenn die Spannung zu hoch ist oder wenn der geraffte Stoff so dicht gepackt wird, dass er die Nadelfreiheit behindert. Die Naht kann auch knittern, wenn der Spulenfaden zu straff ist im Verhältnis zum Oberfaden, da die geraffte Schicht unter höherer Belastung steht. Eine ordnungsgemäße Wartung umfasst regelmäßiges Reinigen des Transportbereichs und den Austausch abgenutzter Druckfüße, deren Oberflächen mit der Zeit glatt werden und an Griffigkeit verlieren.
Der Raffler bleibt in der Kleinserienproduktion und Änderungsschneiderei ein unverzichtbares Werkzeug, da er die Arbeitszeit dramatisch reduziert im Vergleich zum manuellen Raffen mit Stielstichen. Industrielle Versionen arbeiten mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Basismaschine, was bedeutet, dass ein einzelner Bediener geraffte Nähte im Produktions-Tempo anfertigen kann. Heimwerker schätzen tragbare Zusätze für gelegentliche Projekte. Der Begriff selbst leitet sich wahrscheinlich von der einfachen beschreibenden Tätigkeit ab: Die Vorrichtung raff(t) Stoff. Er nimmt einen bescheidenen, aber festen Platz in der Nähterminologie neben anderen Transportmechanismus-Zubehören wie Volant- und Einfassungsmaschinen ein.