SpracheEnglishDeutsch
Drucktechnik

German

nounDrucktechnikdated, rare

Schriftgrad zwischen American und Saxon, 1,5-Punkt-Type

Deutsch: ein vergessener Mittelweg bei der Metallschrift-Größenbestimmung

Deutsch war eine spezifische Schriftgröße für Bleisatz im Buchdruckverfahren und lag zwischen zwei anderen standardisierten Größen. Sie betrug 1,5 Punkte und nahm eine schmale Spanne in der Hierarchie der Schriftgrößen ein, die einst den Schriftkasten des Druckers füllten. Diese Größe ist heute veraltet und findet sich hauptsächlich noch in alten Schriftgießerei-Katalogen und gelegentlich in historischen Drucktexten.

Die Schriftgrößenbestimmung in der Ära des Metallsatzes folgte bis spät keine einheitliche internationale Norm. Drucker arbeiteten mit benannten Größen, viele davon an regionale Gießereien oder lokale Traditionen gebunden. Deutsch lag zwischen American Type (typischerweise kleiner) und Saxon Type (typischerweise größer) und spiegelte die Konkurrenzsituation der Schriftgießerei des 19. Jahrhunderts in Europa und Amerika wider. Jede Gießerei hütete ihre eigenen Maßangaben, und eine Standardisierung erfolgte erst allmählich durch formale Punkt-Systeme.

Der Name und sein Verschwinden

Der Name deutete auf seinen Ursprung oder seinen Hauptmarkt hin, wie auch andere geografisch benannte Größen jener Zeit. Doch als das anglo-amerikanische Punkt-System im frühen 20. Jahrhundert die Vorherrschaft übernahm, verloren Zwischengrößen wie Deutsch ihren praktischen Wert. Drucker konnten nun aus standardisierten Punktgrößen wählen (10pt, 11pt, 12pt und so weiter), statt sich auf proprietäre historische Namen zu verlassen. Eine Größe von 1,5 Punkten hatte keinen festen Platz in diesem Schema.

Der eigentliche Druck kam von der Industrialisierung. Der Fotosatz und später die digitale Typografie beseitigten die Notwendigkeit, Bleisatz in Dutzenden überlappender Größen zu gießen. Moderne Systeme erzeugen jede gewünschte Größe bei Bedarf. Ein Drucker heute muss nie wissen, dass Deutsch jemals existiert hat, und der Begriff ist aus dem praktischen Sprachgebrauch des Handwerks verschwunden.

Für Historiker und jeden, der mit alten Schriftmustern arbeitet oder Bleisatz-Geräte restauriert, bleibt Deutsch eine nützliche Bezeichnung zum Zuordnen von verwaisten Schriftzeichen zu ihrer ursprünglichen Gießerei und Epoche. Seine Veraltetheit ist genau das, was es wert macht, in Nachschlagewerken erhalten zu bleiben: Es zeichnet eine vergessene Ecke des technischen Vokabulars des Drucks auf.

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