Bodensignal
Englisch: ground signal
Ein niedriges Eisenbahnsignal, das dicht über dem Boden angebracht ist.
Gleissignal: Hüfthohe Haltorder für Gleisarbeiter
Ein Gleissignal ist ein ortsfestes Eisenbahnsignal mit einer Höhe von etwa 0,9 bis 1,2 m, das auf Gleishöhe angebracht ist und die Bewegung von Zügen, Lokomotiven oder Rollmaterial über kurze Entfernungen oder in beengten Räumen steuert. Anders als Hauptsignale, die den Streckenbetrieb aus der Ferne regeln, erteilen Gleisspignale unmittelbare Halte- oder Fahrbefehle an Züge, die in Rangierbahnhöfen, Nebengleisen, Betriebshöfen und im Bereich von Weichen und Kreuzungen arbeiten, wo herkömmliche Mastensignale nicht sichtbar sind oder unpraktisch wären.
Gleisspignale arbeiten üblicherweise mit derselben Flügelsemaphor- oder Farblichttechnik wie ihre höheren Verwandten, nur in verkleinerter Form. Flügelsemaphore zeigen den horizontalen Arm zum Halten und den schrägen Arm zum Fahren. Farblichtauführungen zeigen rot zum Halten und grün oder gelb zur Fahrt. Der Signalkopf sitzt niedrig genug, dass der Lokomotivführer in der Kabine einer Rangierlok oder eines kurzbauigen Fahrzeugs ihn deutlich sehen kann, ohne sich zu verrenken oder umzupositionieren, was entscheidend ist beim Arbeiten im Schrittempo durch verworrene Gleisanlagen.
Aufstellung und Anwendung
Gleisspignale werden an Gleiskreuzungen, Ausfahrten aus Rangierbahnhöfen, Pufferstopps und anderen Stellen aufgestellt, wo Züge präzise Befehle über kurze Entfernungen benötigen. Sie regeln Bewegungen, die außerhalb des Hauptsignalsystems fallen: eine Lokomotive, die aus einem Nebengleis freigegeben wird, ein Güterzug, der durch eine enge Laderampeneinfahrt fährt, oder ein Rangierstoß in einen Wagenschuppen. Sie sind besonders wertvoll, wenn Kopffreiheiten den Einsatz hoher Signalmasten verhindern oder wenn wiederholte kurze Bewegungen einen ständigen Betrieb von Hauptsignalen unwirtschaftlich machen würden.
Die Begriffe 'Zwergsignal' (im nordamerikanischen Eisenbahnvokabular gebräuchlicher) und 'Gleisspignal' werden gleichbedeutend verwendet, wobei 'Gleisspignal' eher die Funktion als Fahrbefehl betont als nur die physische Höhe. Einige Bahnunternehmen unterscheiden zwischen 'Gleisspignalen', die speziell Rangierbewegungen regeln, und 'Vorsignalen' oder 'Ausfahrsignalen' auf der gleichen niedrigen Höhe.
Lokomotivführer müssen Gleisspignale mit der gleichen Autorität behandeln wie Hauptstreckenignale. Die Nichtbeachtung birgt das Risiko einer Kollision mit anderem Rollmaterial, Schäden an der Infrastruktur oder Verstoß gegen die Rangiererlaubnis. Gleisspignale sind weltweit auf traditionellen Eisenbahnnetzen noch in Betrieb und werden in neuen Rangierbahnhöfen und Betriebshöfen weiterhin installiert, wo gute Sichtlinien und Betrieb mit niedriger Geschwindigkeit ihre Kosten und den Wartungsaufwand rechtfertigen.