Sicherheitskette
Englisch: safety chain
Normalerweise lockere Kette zur Begrenzung übermäßiger Bewegungen zwischen einem Fahrwerk und Wagenkörper während eines Schwenkens.
Sicherungskette: Backup-Kupplung für entgleiste Wagen
Eine Sicherungskette ist ein Stück schwere Kette, das zwischen einem Eisenbahn-Drehgestell und dem darüber liegenden Wagenkörper befestigt ist und unter normalen Betriebsbedingungen bewusst locker hängt. Ihr einziger Zweck ist es, die vertikale Trennung zu begrenzen, falls die Kupplung oder die Aufhängung katastrophal ausfällt, um zu verhindern, dass sich das Drehgestell vollständig absenkt und eine Entgleisung oder Kollision verursacht.
Die Kette hat typischerweise eine Arbeitslänge von 300 bis 500 mm und ist aus Kettengliedern aus Baustahl mit einem Durchmesser von 10 bis 16 mm gefertigt, je nach Tragfähigkeit des Fahrzeugs. Beide Enden sind dauerhaft befestigt: eines ist an einer Lasche am Drehgestell verschraubt, das andere an einem entsprechenden Befestigungspunkt an der Unterseite des Wagenkastens, üblicherweise in der Nähe einer Drehgestell-Befestigungsstelle. Das Spiel ist entscheidend; wenn die Kette straff wäre, würde sie bei normalen Aufhängungsbewegungen Schockbelastungen übertragen und Lärm und Verschleiß verursachen.
Ein Verrutschen tritt auf, wenn sich ein Drehgestell seitlich relativ zum Wagenkörper verschiebt, typischerweise durch Gleismängel, überhöhte Geschwindigkeit in Kurven oder verschlissene Aufhängungsbuchsen verursacht. Die Sicherungskette greift nur ein, wenn diese seitliche oder vertikale Bewegung die Auslegungstoleranz überschreitet. In diesem Fall wird die Kette plötzlich straff und stoppt weitere Bewegungen, bevor die Kupplung vollständig ausfallen kann. Ohne sie kann sich ein entgleistes Drehgestell horizontal vom Wagenkörper trennen, was zu Jacknifing oder katastrophalem Strukturversagen führt.
Inspektion und Austausch
Sicherungsketten werden während der regelmäßigen Drehgestell-Wartung inspiziert; sie dürfen keine bleibende Verformung, Rostkorrosion tiefer als oberflächliche Patina oder Risse an den Schweiß- oder Gliedstellen aufweisen. Eine Kette, die unter Last beansprucht wurde, zeigt Dehnungsspuren oder Knicke und muss sofort ausgetauscht werden. Der Austausch ist einfach durchzuführen und erfordert keine speziellen Werkzeuge, weshalb er eine häufige Aufgabe in der Werkstatt ist.
Die Sicherungskette unterscheidet sich von der Zugkupplung und von den Reibungsdämpfern, die an modernen Drehgestellen angebracht sind. Sie ist jetzt auf Güterwagen und vielen älteren Personenwagen Standard, wobei moderne Aufhängungskonstruktionen mit integrierten Puffern die Abhängigkeit davon vermindert haben. Dennoch verlangen gesetzliche Anforderungen in den meisten Ländern ihre Anwesenheit als redundante Sicherheitsmaßnahme.