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Bahntechnik

Rangierbetrieb

Englisch: marshalling

Die Sortierung von Eisenbahnwagen in einem Rangierbahnhof.

Rangieren: Zusammenstellen von Wagen zu Arbeitszügen

Rangieren ist das planmäßige Zusammenstellen und Umordnen von Eisenbahnwagen und Triebwagen in einem dafür vorgesehenen Bahnhof, um Züge zu bilden, die für bestimmte Strecken und Ziele geeignet sind. Ein Rangierbahnhof ist eine große, ebene oder leicht geneigte Anlage mit mehreren parallelen Nebengleisen, üblicherweise ausgestattet mit einem Ablaufberg, Weichen und Systemen für Schwerkraft- oder motorgetriebene Bewegung. Die Hauptaufgabe besteht darin, ankommende Züge in ihre Einzelwagen zu zerlegen, diese nach Ziel oder Betriebsart zu sortieren und sie zu abgehenden Zügen zusammenzustellen, die als effiziente Einheiten zu ihren endgültigen Bestimmungsorten fahren.

Die räumliche Anordnung eines Rangierbahnhofs entspricht der dort verrichteten Arbeit. Ankunftsgleise nehmen ankommende Züge auf. Der Ablaufberg ist eine künstliche Böschung, üblicherweise 3 bis 5 Meter hoch, über den Wagen von Loks oder in modernen Anlagen von Seil- oder Motorantrieben gerollt werden. Während der Wagen den Ablaufberg erklimmt und hinabfährt, wird seine Geschwindigkeit durch Reibungsbremsen oder Bremsausrüstungen reguliert. Die Schwerkraft trägt ihn dann hinab in die darunter liegenden Sortiergleise, wo er durch Weichenschaltung in das für sein Ziel bestimmte Gleis geleitet wird. Abfahrtsgleise halten die neu gebildeten abgehenden Züge, bis diese zur Abfahrt bereit sind.

Rangierbahnhöfe werden nach der Art der Wagenbewegung eingeteilt. Schwerkraftbahnhöfe nutzen den Ablaufberg als Antriebskraft; der Wagen wird freigegeben, fährt hinab und wird durch Weichen in sein bestimmtes Gleis geleitet. Flachbahnhöfe verwenden Rangier-Loks, um Wagen direkt in die richtige Position zu schieben oder zu ziehen. Ablaufberganlagen sind bei großen Durchsatzmengen wirtschaftlicher und sind Standard in großen europäischen und nordamerikanischen Bahnnetzen, erfordern aber erhebliche Kapitalinvestitionen und sorgfältige Wagenlastverteilung. Bremsausrüstungen, entweder Reibungs- oder Magnetbremsen, sind an der Krone oder am Kehler des Ablaufbergs angebracht, um die Abfahrtsgeschwindigkeit zu regulieren und zu verhindern, dass Wagen mit zu großer Geschwindigkeit gekuppelt werden.

Das Fachvokabular spiegelt die Herkunft und Geografie dieser Arbeit wider. Der Begriff Rangieren ist bei britischen und Commonwealth-Bahnen verbreitet; nordamerikanische Bahnhöfe verwenden oft den Begriff Classification Yard. Der Ablaufberg selbst verdankt seinen Namen der physischen Form. Ein Wagen, der auf den Ablaufberg kommt, wird als humped oder gekickt bezeichnet; einer, der den Ablaufberg passiert hat und zu seinem Gleis rollt, befindet sich im Sortierbereich. Bremsausrüstungen werden manchmal auch Bremsen genannt. Die Rangier-Lok oder Rangierlokomotive ist die motorgetriebene Einheit, die Wagen auf den Ablaufberg bringt oder Flachbahnhofsarbeit verrichtet.

Rangierbahnhöfe arbeiten bei stark befahrenen Strecken kontinuierlich und bewältigen täglich Dutzende von Zügen. Der Durchsatz hängt von den Ankunftsmustern der Wagen, der Ausgestaltung des Bahnhofs und der Geschicklichkeit der Bediener ab. Ineffizienzen entstehen durch unausgeglichene Beladungen (schwere und leichte Wagen vermischt), inkompatible Kupplungssysteme und zeitliche Missstimmungen zwischen Ein- und Ausgangsverkehr. Moderne Bahnhöfe nutzen zunehmend Computersteuerung, um die Gleiszuteilung zu optimieren und die Zeit, die Wagen im Bahnhof verbringen, zu verkürzen, da Aufenthaltsgebühren sowohl den Betreiber als auch den Kunden belasten. Kleinere Bahnhöfe oder Nebenstrecken können einfachere Anordnungen nutzen, manchmal nur ein einziges Gleis für die lokale Wagenzusammenstellung.

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