Abbauhohlraum
Englisch: gunnie
Der durch Erzabbau entstandene Hohlraum, von manchen als gleichwertig mit einem Yard definiert.
Gunnie: der Hohlraum, der entsteht, wenn Erz abgebaut wird
Eine Gunnie ist der leere Hohlraum oder die Lücke, die in einem Bergwerk entsteht, nachdem Erz aus einer Abbaufläche oder einem Stollen gewonnen wurde. Der Begriff stammt aus dem Hartgesteinbergbau, besonders aus dem Metallbergbau, und beschreibt den dreidimensionalen Raum, der übrigbleibt, wenn Bergleute einen bestimmten Block oder Bereich des mineralisierten Gesteins entfernt haben. Im Gegensatz zu einer Pfeiler, bei der es sich um bewusst stehenlassendes Gestein zur Abstützung handelt, ist eine Gunnie das absichtliche Ergebnis des Erzabbaus.
Der Begriff selbst ist heute weitgehend veraltet und ist Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem allgemeinen Gebrauch verschwunden, als sich die Bergbauterminologie um Begriffe wie "Stollen", "Hohlraum" und "Ausbruch" standardisierte. Seine Herkunft ist unklar; möglicherweise stammt er aus Dialekt oder regionalem Bergbau-Vokabular. Einige Quellen deuten darauf hin, dass er hauptsächlich in bestimmten Bergbaurevieren oder von bestimmten Gruppen von Bergleuten verwendet wurde. Die Definition, die eine Gunnie mit "ein Yard" gleichsetzte (egal ob linear, kubisch oder anders), war nie präzise und spiegelte eher die ungefähren Messungen des frühen Bergbaus wider als formale Ingenieurstandards.
Warum der Begriff wichtig war
Für Bergvermesser und Planer war die Erfassung von Gunnies wesentlich, um zu verstehen, was noch abzubauen war, welche Bergemasse entstanden war und wo Hohlräume existierten, die Gefahren darstellen oder eine Verfüllung erfordern konnten. In Metallminen, in denen Erzgänge oder Erzflöze abgebaut wurden, unterschieden sich die unregelmäßigen Formen von Gunnies stark von den geordneten "Kammern" des Kohlebergbaus oder den systematischen Terrassen des Tagebaus, was die Terminologie bei handgezeichneten Grubenrissen und mündlichen Berichten wertvoll machte.
Der Rückgang des Begriffs "Gunnie" spiegelt umfassendere Verschiebungen im Bergbau wider: Der Aufstieg von technischen Zeichnungen und standardisierten Maßeinheiten ersetzte Feldbegriffe; die Professionalisierung des Bergbauingenieurwesens führte zu formalen geometrischen Begriffen; und der Übergang von kleinen, arbeitsintensiven Hartgesteinbetrieben zu größeren mechanisierten Abbaumethoden reduzierte den Bedarf für solch präzises lokales Vokabular.
Heute lebt der Begriff hauptsächlich in historischen Bergwerksunterlagen, alten Schriftwechseln von Bergbauunternehmen und in der Fachliteratur aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert weiter. Wer sich mit Archivmaterial aus Metallminen in Nordamerika oder Großbritannien befasst, kann auf den Begriff stoßen, besonders in Berichten von Betreibern über den Fortschritt des Erzabbaus oder in Auseinandersetzungen über Bergbaukonzessionen, bei denen die Menge des gewonnenen Materials strittig war.