Läufer
Englisch: header
Ein Stein, der auf der größten Fläche verlegt wird, zum Beispiel am oberen Ende einer Mauer oder im Mauerwerk, mit der kleinsten Seite sichtbar (so orientiert, dass diese Seite breiter als hoch ist)
Kopfschicht: Stein mit sichtbarer Schmalseite
Eine Kopfschicht ist ein Stein, der so positioniert wird, dass seine kürzeste Dimension durch die Wanddicke läuft und nur die Schmalseite auf der Wandfläche sichtbar ist. Bei einem Standard-Stein mit ungefähr 215 mm Länge, 102 mm Breite und 65 mm Höhe zeigt eine Kopfschicht eine Fläche von etwa 102 mm mal 65 mm. Diese Anordnung unterscheidet sich von der Läuferschicht, die die längste Fläche des Steins zeigt.
Kopfschichten erfüllen eine wichtige Tragfunktion: Sie verbinden die äußeren und inneren Schalen (senkrechte Lagen) einer Hohlraumwand oder mehrschichtigen Mauerkonstruktion miteinander. Beim Flämischen Verband, dem traditionellen Dekorationsmuster, wechseln sich Kopf- und Läuferschichten in jedem Laufgang ab, um eine mechanische Verzahnung zu erzeugen und Lasten über die gesamte Wanddicke zu verteilen. Beim Englischen Verband verlaufen ganze Laufgänge von Kopfschichten senkrecht zur Wandfläche. Ohne Kopfschichten können sich zwei separate Schalen unabhängig voneinander bewegen, was die Wandintegrität und Witterungsbeständigkeit beeinträchtigt.
Positionierung und Verbandmuster
Kopfschichten treten in regelmäßigen waagerechten Abständen auf, die durch das gewählte Verbandmuster bestimmt werden. Beim Flämischen Verband erscheinen sie ungefähr jeden zweiten Stein in jedem Laufgang und versetzt angeordnet. Die Häufigkeit beeinflusst sowohl das Erscheinungsbild als auch die Tragfähigkeit. Bei moderner Hohlraumwand-Konstruktion, die sich zur Verbindung der Schalen eher auf Metallspannbänder als auf Kopfsteine stützt, werden gelegentlich noch Kopfsteine oder Steindübel eingesetzt, um das Aussehen des traditionellen Verbands zu bewahren.
Ein häufiger Mangel entsteht, wenn Kopfschichten in der inneren Schale weggelassen oder vollständig durch Spannbänder ersetzt werden; dies schwächt die Wand, besonders wenn die Bänder korrodieren oder falsch montiert wurden. Frosteinwirkung kann Kopfschichten stärker beschädigen als Läuferschichten, da ihre geringere Dimension weniger Material bietet, um Eisdruck zu widerstehen. Wassereintritt an der Kopfschicht-Mörtelfuge, besonders in älteren Bauten, kann zu Feuchteübertragung von außen nach innen führen.
Der Begriff Kopfschicht leitet sich wahrscheinlich von der Position des Steins an der Kopfseite oder Vorderkante der Wanddicke ab, obwohl er im englischsprachigen Mauerwerk seit Jahrhunderten Standardterminologie ist. Das Verständnis der Kopfschicht-Positionierung bleibt für Sanierungsarbeiten, statische Bewertung und für ein konsistentes Erscheinungsbild der Mauerkonstruktion bei Restaurierungsprojekten unverzichtbar.