Zugkennung
Englisch: headcode
Ein Code zur Unterscheidung von Zugklassen für Signalbeamte, früher durch weiße Öllampen (oder weiße Scheiben) an Halterungen an der Lokfront angezeigt; die verschiedenen Lampenpositionen bestimmten die Zugklasse
Kopfnummer: Zugart-Erkennungssignal für Signalbeamte
Eine Kopfnummer ist eine visuelle Kennung, die an der Front einer Lokomotive angebracht wird, um Signalbeamten anzuzeigen, welche Zugklasse sich nähert. Vor Funkverbindung und elektrischen Signalanzeigetafeln war dies die einzige Möglichkeit für einen Schalterbeamten zu erkennen, ob ein Schnellzug, ein Personenzug mit Haltestellen, ein Güterzug oder eine Leerfahrt sich der Strecke näherte. Diese Information bestimmte, welche Strecke der Signalbeamte einstellen und welche Signale er freigeben würde.
Das traditionelle System nutzte Öllampen, die in Halterungen an der Rauchwölbung oder am Puffer der Lokomotive montiert waren. Unterschiedliche Kombinationen von Lampenpositionen, üblicherweise in Reihen angeordnet, stellten verschiedene Zugklassen dar. Eine zwei Lampen breite horizontale Anordnung konnte einen Schnellzugdienst anzeigen; eine diagonale Anordnung einen Personenzug mit Haltestellen; eine einzelne mittlere Lampe konnte Güter bedeuten. Der Signalbeamte las diese Codes aus der Ferne bei Tag und Nacht. Die meisten Eisenbahnen entwickelten ihre eigenen Codierschema, daher bedeutete eine drei Lampen hohe vertikale Anordnung auf der Great Western Railway etwas anderes als die gleiche Anordnung auf der London and North Eastern Railway.
Mit zunehmender Betriebsdichte und Geschwindigkeit wurde Zuverlässigkeit entscheidend. Öllampen waren unzuverlässig bei schlechtem Wetter, konnten durch Dampf oder Rauch verdeckt werden und benötigten ständige Wartung. Viele Eisenbahnen gingen zu beleuchteten Scheiben oder Anzeigetafeln mit Ortsnamen oder Nummern über. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden elektronische Kopfnummern als Zahlen auf beleuchteten Tafeln Standard bei modernen Diensten. Eine vier stellige Nummer, die vom Lokomotivführer eingegeben wurde, konnte von automatischen Lesern an der Strecke gelesen und direkt an Signalzentralen übermittelt werden, wodurch Signalbeamte nicht mehr nötig waren, um Lampen zu interpretieren.
Moderne Kopfnummern-Systeme
Zeitgenössische Eisenbahnen nutzen elektronische Kopfnummern, die mit automatischen Zugschutz- und Signalisierungssystemen kommunizieren. Die Kopfnummer ist nicht länger eine visuelle Kennung an der Lokomotive, sondern eine Datennachricht, die dem Zug voraus gesendet wird. Auf Museumsbahnen und Erhaltungsstrecken werden ursprüngliche Öllampen- und Scheiben-Kopfnummern noch immer als Teil der Betriebstradition gewartet, obwohl sie eher historisches Interesse als praktische Signalisierungsfunktion erfüllen.
Der Begriff bleibt im Eisenbahnbetrieb erhalten, auch wenn die physische Ausrüstung verschwunden ist. Signalbeamte und Lokomotivführer beziehen sich immer noch auf die Kopfnummer eines Zuges, wenn sie über Streckenführung und Fahrplan sprechen, obwohl moderne Systeme es zu einer rein informationalen Kennung abstrahiert haben, statt zu einer visuellen Anzeige. Das Verständnis der Kopfnummern-Geschichte ist wesentlich für jeden, der sich damit befasst, wie Eisenbahnen den Verkehr ohne Computer oder moderne Kommunikation bewältigt haben.