SpracheEnglishDeutsch
Bahntechnik

Unterführung

Englisch: dive-under

Eisenbahnkreuzung, bei der mindestens eine Strecke unter anderen Gleisen hindurchgeführt wird, um kreuzende Fahrten zu vermeiden.

Dive-under: niveaufreie Bahnkreuzung, die Zusammenprall von Zügen verhindert

Ein Dive-under ist eine Bahnkreuzung, bei der ein oder mehrere Gleise unter das Gelände abgesenkt werden, um unter anderen Linien hindurchzuführen. Dies macht eine Niveaukreuzung überflüssig. Anstatt sich zwei Linien an einem einzelnen Punkt auf der gleichen Ebene treffen, senkt sich das untere Gleis ab, führt darunter hindurch und steigt auf der anderen Seite wieder an. Diese physische Trennung verhindert, dass Züge in verschiedene Richtungen gleichzeitig denselben Raum einnehmen, und macht komplexe Signalverschränkungen oder Verkehrsregelungen an dieser Stelle überflüssig.

Der Begriff ist in der nordamerikanischen Eisenbahntechnik verbreitet und ist funktional identisch mit einer Niveaufreizung, Unterführung oder Überführungsanordnung. "Dive-under" beschreibt aber speziell das Gleis, das abgesenkt wird, nicht die Bauwerk selbst. An stark belasteten Kreuzungen, wo mehrere Linien zusammentreffen, ermöglichen Dive-unders dem Durchgangsverkehr einer Route, ungehindert weiterzufahren, während andere Bewegungen die getrennten Ebenen nutzen. Die Kosten sind erheblich: Aushub, Böschungen, Entwässerung und entweder eine Brückenkonstruktion oben oder ein tunnelartiger Einschnitt, je nach Gelände und Anzahl der beteiligten Gleise.

Dive-unders werden meist an großen Güterbahnhöfen und Fahrgastterminals gebaut, wo Streckentrennung große Mengen und häufige Bewegungen bewältigen muss. Eine typische Anlage könnte ein einzelnes Hauptgleis haben, das unter zwei oder drei parallele Gleise taucht, oder bei höherer Auslastung können mehrere Gleise über drei oder sogar vier Ebenen verteilt sein. Spurweite, Lichtraum und Zugangsgradienten beeinflussen alle Tiefe und Länge des Dive-under; die Standard-Frachtfreiheit in Nordamerika beträgt 23 Fuß über Schienenoberkante, was begrenzt, wie tief ein Dive-under gehen kann, bevor es unpraktisch wird.

Instandhaltung und betriebliche Realität

Nach dem Bau erfordert ein Dive-under laufende Kontrollen von Durchlässen, Stützmauern und Entwässerungssystemen. Wasserstau unter Gelände ist ein chronisches Problem; Stauwasser führt zu Schotterbett-Verschleiß und beschleunigt die Setzung des Untergrunds. Die Zugangsgradienten selbst erfordern sorgfältige Querneigung zum sicheren Fahren; ein schlecht ausgebildeter Dive-under erzwingt Geschwindigkeitsbeschränkungen, die seinen Effizienzgewinn aufheben. Längere Dive-unders verringern den Gradienten, erhöhen aber die Spannweite des unteren Gleises und stellen damit höhere Anforderungen an Konstruktion und Instandhaltung.

Der Vorteil eines Dive-under gegenüber einer Niveaufreizung, bei der eine Linie oben verläuft, ist psychologisch und betrieblich: Fahrer und Dispatcher bevorzugen normalerweise, den Minderheitsverkehr unter die Erde zu legen statt des Hauptverkehrs über eine Brücke zu führen. Beim Bau eines Dive-under in dicht bebauten Gebieten erweist sich dies aber oft als teurer als eine einfache Überführung, weil tiefe Aushubarbeiten auf Leitungen, Grundwasser und Bodenverhältnisse stoßen, die Brücken vermeiden.

Mehr aus Rail equipment

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.