Hurrier
Englisch: hurrier
Kind, das in einem Kohlebergwerk beschäftigt war, um Körbe oder kleine Wagen mit Kohle von der Abbaufläche zur Oberfläche zu transportieren.
Hurrier: Kinderarbeiter, der Kohle durch Minenschächte transportierte
Ein Hurrier war ein Kind, typischerweise zwischen 5 und 13 Jahren alt, das in britischen Kohleminen beschäftigt war, um Kohle von der Arbeitsstelle zur Oberfläche oder zu Sammelstellen zu befördern. Die Arbeit bestand darin, durch enge Flöze zu kriechen und Körbe, Wagen oder kleine Loren (Corves genannt) durch Gänge zu ziehen, die ein Erwachsener nicht leicht passieren konnte. Das Kind zog das beladene Gefäß entweder mit Seil oder Kette oder schob es auf Holz- oder Eisenschienen, arbeitete in nahezu völliger Dunkelheit mit nur einer Kerze oder Öllampe zur Beleuchtung.
Die Rolle des Hurriers war in eine strenge unterirdische Hierarchie eingebunden. Hewer (Bergleute) bauten die Kohle ab; Hurriers transportierten sie; ältere Arbeiter oder Erwachsene führten schwerere Transportarbeiten und oberirdische Operationen durch. In einigen Minen, besonders in Schottland und Nordengland, arbeiteten Hurriers in Relaisystemen und gaben Lasten von einer Person zur anderen über geneigte Gänge weiter. Die Arbeit war oft schneller und gefährlicher als das Transportieren selbst, da Kinder das Tempo halten mussten, um Lasten in Bewegung zu halten und nicht von rollenden Loren auf Hängen getroffen zu werden.
Bedingungen und Varianten
Hurriers arbeiteten 12 bis 14 Stunden täglich unter nassen, kalten Bedingungen. Flöze waren manchmal bis zur Taille der Kinder überflutet. Sie trugen minimale Kleidung und zogen wiederholte Lasten von 20 bis 50 Kilogramm. In Minen mit steil geneigten Schächten wurden Hurriers manchmal wie Lasttiere an Corves angeschirrt. Die regionale Praxis war unterschiedlich: Hurriers in tiefen Schächten waren anderen Gefahren ausgesetzt als solche in flachen Strecken. Manche Minen beschäftigten sie ganzjährig; andere setzten sie saisonal ein, wenn die Kohlenachfrage anstieg.
Der Begriff spiegelt die Geschwindigkeit wider, die die Arbeit erforderte: hurry bedeutete schnell gehen. Zeitgenössische Berichte beschreiben Hurriers als skelettartig, deformiert durch das ständige Bücken in niedrigen Gängen, und mit permanentem Kohlestaub bedeckt. Ihre Beine entwickelten sich anders durch das Kriechen; viele bekamen chronische Atemwegsinfektionen. Verletzungen durch herunterfallende Loren oder Quetschungen waren häufig und oft tödlich.
Das Hurrier-System wurde in Großbritannien schließlich nach dem Mines Act von 1842 abgeschafft, der die Beschäftigung von Mädchen und Frauen unter Tage verbot und ein Mindestalter von 10 Jahren für Jungen festsetzte (später auf 12 Jahre erhöht). Der Beruf verschwand innerhalb einer Generation völlig, da mechanische Fördersysteme den menschlichen Transport ersetzten. Der Begriff erscheint heute nur noch in historischen Texten und der Dokumentation von Bergbau-Museen.