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Schiffbau und Werft

IMDG

Akronym für International Maritime Dangerous Goods Code; ein Regelwerk zur Standardisierung der Sicherheit beim Transport gefährlicher Güter auf dem Seeweg.

IMDG: Wie Schiffe Gefahrgut sicher transportieren

IMDG ist der International Maritime Dangerous Goods Code, ein UN-Dokument, das festlegt, wie Schiffe Stoffe, die als gefährlich oder schädlich eingestuft sind, beim Seetransport verpacken, kennzeichnen, lagern und handhaben müssen. Er regelt alles von Schwefelsäure und Lithiumbatterien bis zu brennbaren Farben und Pestiziden. Jedes Schiff, das solche Ladung transportiert, muss die IMDG-Regeln erfüllen. Hafenstaatkontrollbeamte überprüfen Schiffe gezielt auf IMDG-Compliance, bevor sie auslaufen dürfen.

Der Code klassifiziert Gefahrstoffe je nach primärem Risiko in neun Klassen: Sprengstoffe, entzündbare Gase, entzündbare Flüssigkeiten, entzündbare Feststoffe, Oxidierer, giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe, radioaktive Stoffe, Ätzflüssigkeiten und sonstige Gefahrstoffe. Jede Klasse hat Untergruppen. Ein Stoff kann in mehrere Klassen fallen; der Versender und das Schiff müssen bestimmen, welche Klasse Vorrang hat. Kupferchlorid zum Beispiel kann ätzend und ein Oxidierer sein, aber die IMDG-Einstufungsregeln legen seine primäre Klasse fest, um Verwechslungen auszuschließen.

Eine ordentliche Dokumentation ist zentral für die IMDG-Compliance. Der Versender muss eine Gefahrgutanmeldung bereitstellen, die den Stoff benennt, seine UN-Nummer angibt, seine Klasse und Nebengefahren aufführt, die Verpackungsgruppe angibt (I, II oder III, wobei I am gefährlichsten ist) und den korrekten Versandnamen angibt. Der Schiffsführer und der Gefahrgutbeauftragte überprüfen diese Angaben anhand des IMDG-Handbuchs, bevor die Ladung geladen wird. Falscherklärung, ob absichtlich oder durch Fehler, ist ein schwerwiegender Verstoß, der zu Hafenfeststellen, Geldstrafen und Verlust von Versandprivilegien führen kann.

Die Lagerregeln sind streng. Unverträgliche Stoffe müssen getrennt werden; brennbare Flüssigkeiten dürfen nicht neben Oxidierern gelagert werden. Ladung muss abgestützt und gesichert werden, um ein Verrutschen bei Seegang zu verhindern. Auf Containerschiffen müssen Gefahrgutcontainer mit den richtigen Plakatfarben und Symbolen gekennzeichnet sein, die auf allen vier Seiten sichtbar sind. Das Manifest und der Ladeplan des Schiffes müssen den genauen Standort jedes Gefahrgutpakets oder Containers angeben, und diese Informationen werden normalerweise vor der Ankunft den Hafenbehörden übermittelt.

Der IMDG wird alle zwei Jahre mit Änderungen aktualisiert, die neue Stoffe, Umklassifizierungen oder Verfahrensänderungen widerspiegeln. Der Code behandelt auch Schulungsanforderungen für Besatzungsmitglieder, die Gefahrgut handhaben oder beaufsichtigen, Erste-Hilfe-Ausrüstungen für Seereisen mit spezifischer Ladung und Verfahren zur Meldung von Zwischenfällen auf See. Während IMDG für internationalen Seetransport gilt, integrieren viele Länder seine Regeln auch in ihre Bestimmungen für Küsten- und Binnenschifffahrt.

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