Ausschießstein
Englisch: imposing stone
Der Stein, auf dem die Seiten oder Spalten des Schriftsatzes ausgeschossen oder zu Formen zusammengesetzt werden.
Setzstein: die ebene Fläche, auf der Drucktypen in Druckformen gesperrt werden
Ein Setzstein ist eine schwere, ebene Arbeitsfläche, traditionell aus Schiefer oder Granit, auf der einzelne Metalllettern angeordnet und in einer Druckform gesperrt werden, die zum Druck bereit ist. Die Lettern werden in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung positioniert und dann mit Holz- und Metallabständen, sogenannten Blindmaterialien und Schließkilen, an Ort und Stelle verkeilt. Der Stein selbst muss absolut eben und glatt sein; jede Unebenheit führt zu ungleichmäßigem Druck auf das Druckblatt.
Der Stein ist typischerweise in einem stabilen Holz- oder Gusseisenrahmen in einer angenehmen Arbeitshöhe auf Taillenhöhe eingesetzt. Die Setter arbeiten am Stein stehend, lesen von einer Kopie oder einem Probedruck ab und platzieren die Lettern per Hand gemäß dem Seitenlayout. Größere Druckereien könnten mehrere Setzsteine haben, um verschiedene Aufträge gleichzeitig zu bearbeiten. Die Oberfläche variiert stark je nach maximaler Seitengröße, die die Druckerei bewältigt; ein kleines Akzidenzdruckerei könnte einen Stein mit den Maßen 3 Fuß mal 4 Fuß nutzen, während eine Zeitungsdruckerei Steine haben könnte, die doppelt so groß sind.
Der Name leitet sich vom Verb impose ab, was bedeutet, etwas anzuordnen oder aufzulegen. Im mittelalterlichen Druckwesen würde der Schriftsetzer zunächst einzelne Schriftzeilen in einem Winkelhaken setzen, dann würde der Setter diese Zeilen auf dem Stein in der vollständigen Druckform anordnen. Diese Arbeitsteilung bestand bis ins Industriezeitalter fort, obwohl kleinere Betriebe beide Aufgaben oft kombinierten. Der Setzstein war daher die Stelle, an der lose Lettern zu einer gesperrten, einheitlichen Druckform wurden, die für die Presse bereit war.
Genauigkeit beim Setzen ist kritisch, da Fehler in dieser Phase jeden Bogen beeinflussen, der aus dieser Form gedruckt wird. Lettern, die auf dem Kopf stehen, rückwärts oder an der falschen Stelle positioniert sind, drucken fehlerhaft. Setter entwickelten einen geübten Blick für Schriftgröße, Zeichenabstand und Seitenlayout. Die Aufgabe erfordert Präzision und Schnelligkeit; unvorsichtiges Setzen kostete Zeit und Material, wenn Fehler erst nach Druckbeginn entdeckt wurden.
Mit dem Übergang zur Fotolithografie und zum Offsetdruck in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts verschwand der Setzstein allmählich aus den meisten Druckereien. Die Arbeit der Seitenanordnung verlagerte sich in die Dunkelkammer und auf den Lichttisch. Allerdings unterhalten Schriftgießereien und Feindruckereien, die traditionelle Methoden verwenden, immer noch Setzsteine als unverzichtbare Ausrüstung. Der Stein ist grundsätzlich unverändert aus seiner Verwendung vor drei Jahrhunderten, ein Beweis dafür, wie gut das Design das Problem einer vollkommen ebenen, langlebigen Arbeitsfläche löste.