Frakturschrift
Englisch: black-letter
In Fraktur geschrieben oder gedruckt.
Fraktur: die schwere mittelalterliche Schrift, die noch heute im formalen Druck verwendet wird
Fraktur, auch Gotisch oder Altenglisch genannt, ist eine schwere Serifenschrift, die von mittelalterlichen Handschriften abstammt. Die Schrift wirkt dunkel und dicht auf der Seite, weil die Striche dick sind und die Buchstaben eng beieinander stehen. Sie war vom Erfinden des Schriftsatzes bis zum 16. Jahrhundert die vorherrschende Schrift in Nordeuropa und wird noch heute für Diplome, juristische Dokumente, Zeitschriftentitel und feierliche Drucke verwendet, wo Förmlichkeit und Tradition zählen.
Die charakteristischen Merkmale sind scharfe, kantige Buchstabenformen mit ausgeprägten Serifen und minimalem Weißraum in jedem Zeichen. Ein Kleinbuchstabe "a" sitzt auf der Grundlinie mit einer spitzen Schlaufe; das "f" reicht weit unter die Linie mit einer markanten Querstange; Großbuchstaben sind stark verziert. Das visuelle Gewicht macht selbst kurze Textpassagen in Fraktur wie einen dichten Tintenblock wirken. Da die Schrift für das Pergament und die Tinte von Handschriften entworfen wurde, überträgt sie sich schlecht auf moderne kontrastarm gehaltene Oberflächen und kleine Schriftgrößen, weshalb sie als Fließtext ab dem 17. Jahrhundert aus der Mode kam.
Häufige Varianten und Anwendungen
Schriftgießereien bieten Fraktur in verschiedenen Stärken und regionalen Auslegungen an. Deutsche Fraktur ist ornamentaler als englische Varianten; Textura, die früheste Druckform, hat ein geometrisches, fast kristallines Aussehen. Juristische Dokumente in englischsprachigen Ländern schreiben Fraktur oft für Unterschriften und formale Klauseln vor. Deutsche Zeitungen und einige skandinavische Publikationen verwendeten Fraktur für Überschriften bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, doch dieser Brauch ging nach dem Zweiten Weltkrieg stark zurück. Moderne Verwendungen sind fast ausschließlich zeremoniell: Universitätsdiplome, Echtheitszertifikate, altmodische Einladungen und Brauereietiketten, die Authentizität anstreben.
Der Name beschreibt das Aussehen statt der Zusammensetzung. "Fraktur" bezieht sich auf den visuellen Eindruck der Dunkelheit durch Strichstärke und Abstände, nicht auf die Verwendung besonderer Tinte oder Pigmente. Die Schrift wird in standardmäßigem Schriftsatz oder digitalen Fonts gesetzt und druckt in Schwarz oder jeder anderen Farbe wie jede andere Schrift auch. Ihre Schwere macht sie wirtschaftlich beim Gießen in Metall, weil die dickeren Striche beim Drucken weniger anfällig für Beschädigungen sind, aber der enge Abstand erfordert sorgfältige Ausrichtung, um vertikale Weißraum-Rinnen im Text zu vermeiden.
Eine Fraktur-Vorgabe in einem modernen Druckauftrag deutet gewöhnlich auf ein hochwertiges Projekt hin. Druckereien halten Fraktur-Lettern, weil die Nachfrage gleichmäßig aber begrenzt ist; eine Druckerei, die Fraktur-Aufträge annimmt, muss Schriftstärke und Zeichensatz gegen die Kundenkopie überprüfen. Digitale Designer sollten beachten, dass die Bildschirmdarstellung von Fraktur in kleinen Größen unlesbar wird; ein Papierproof ist vor der Vorbereitung von Druckplatten oder Bindung notwendig.