Streckengeschwindigkeit
Englisch: line speed
Höchstgeschwindigkeit, mit der Züge auf einer bestimmten Bahnstrecke oder einem Streckenabschnitt fahren dürfen.
Streckengeschwindigkeit: die Höchstgeschwindigkeit, die ein Eisenbahnunternehmen für jeden Zug vorgibt
Die Streckengeschwindigkeit ist die Höchstgeschwindigkeit, mit der ein Zug auf einem bestimmten Streckenabschnitt fahren darf. Sie wird vom Eisenbahnunternehmen festgelegt und durch Signalisierung, Führerstandanzeigen oder beides durchgesetzt. Sie ist nicht die Leistung des Triebfahrzeugs, sondern die Grenze der Strecke. Eine Lokomotive mit 80 Meilen pro Stunde Leistung kann auf einem Abschnitt mit engen Kurven, schlechtem Gleiszustand oder dichtem Verkehr auf 45 mph begrenzt sein. Die Geschwindigkeit ist in den Streckenfahrregeln eingetragen und in den Fahrplansystemen erfasst.
Die Streckengeschwindigkeit variiert je nach Abschnitt und hängt von der Gleisgeometrie, dem Schienenprofil, dem Schotterzustand, den Brückenlastwerten und dem Signalabstand ab. Güterstrecken mit hohen Tonnagen fahren oft mit 50 bis 70 mph, Fernverkehrsstrecken mit 79 bis 110 mph je nach Gleisklasse und Investitionsniveau. Nebenbahnen, Industriegleise und Zugangsstrecken zu Bahnhöfen liegen typisch bei 20 bis 45 mph. Kurven führen zu den schärfsten Beschränkungen: eine 10-Grad-Kurve kann die Geschwindigkeit auf 35 mph begrenzen, während eine 1-Grad-Kurve 60 mph erlaubt.
Durchsetzung und Varianten
Moderne Eisenbahnen setzen die Streckengeschwindigkeit durch automatische Zugsicherungssysteme (ATP) durch, die ein Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit verhindern, oder durch Führerstandanzeigen, die das aktuelle Maximum anzeigen. Ältere Strecken verlassen sich auf schriftlich festgelegte Geschwindigkeitsbeschränkungen und das Fahrwissen des Lokführers. Die Geschwindigkeit kann je nach Jahreszeit variieren: Winterglatteis kann die Streckengeschwindigkeit in Gefällen senken, und Gleisarbeiten führen oft zu vorübergehenden Beschränkungen, die Wochen oder Monate andauern.
Die Streckengeschwindigkeit unterscheidet sich von der Gleisklasse, die eine Entwurfsvorgabe ist, und von der Betriebsgeschwindigkeit, die aufgrund des Zuggewichts, des Wetters oder des Verkehrs niedriger sein kann. Die tatsächliche Geschwindigkeit eines Zuges wird von der Zugbesatzung innerhalb der Streckengeschwindigkeitsobergrenze festgelegt und richtet sich nach Signalen, Steigungen und Betriebserfordernissen. Ein Überschreiten der Streckengeschwindigkeit kann auf Kurven zu Entgleisungen oder Gleisschäden führen; es ist eine Verletzung, die von Sicherheitssystemen erfasst und in Unfalluntersuchungen angeführt wird.