Tank
Englisch: tank
Kurzform für Tanklokomotive oder Tenderlok.
Tenderlokomotive: Dampflokomotive mit eingebautem Wasser- und Brennstofftank
Eine Tenderlokomotive ist eine Dampflokomotive, die ihre Wasser- und Brennstoffvorräte an Bord der Lokomotive selbst mitführt, anstatt sie in einem separaten Tender zu lagern. Der Kessel und die Maschine sitzen direkt auf einem Rahmen, in den Wassertanks (üblicherweise an den Seiten und hinten) und ein Kohlenbunker integriert sind, wodurch die gesamte Einheit eigenständig ist. Diese Bauweise entstand in den 1850er Jahren und wurde zum Standard für Nebenbahnen, Rangierbetrieb und Werksbahnen, wo der Betrieb eines separaten Tenders unwirtschaftlich war oder die Spurweite zu schmal.
Tenderlokomotiven werden nach ihrer Achsanordnung und Tankvolumen klassifiziert. Eine 0-6-0T-Bezeichnung bedeutet keine Laufdrehgestelle vorne, sechs Treibachsen und integrierte Tanks. Die Kapazität lag üblicherweise zwischen 700 und 2.500 Gallonen Wasser und 2 bis 5 Tonnen Kohle je nach Bauart und Spurweite. Bei Schmalspurbahnen (zwei Fuß oder weniger) waren die Tanks proportional kleiner. Die Gewichtsverteilung war stets kritisch, da integrierte Tanks den Schwerpunkt nach oben und hinten verschoben, was die Kupplungskräfte und Bremsleistung in Gefälleabschnitten beeinflusste.
Praktische Anwendung und Grenzen
Tenderlokomotiven beherrschten den Nebenbahnbetrieb, da ihr kurzes Drehzapfenmaß sich für schlecht unterhaltenes Gleis und enge Rangierbahnhöfe eignete. Sie waren billiger zu bauen und zu betreiben als eine Tenderlokomotive und benötigten weder Drehscheibe noch Lokschuppen, um in beide Richtungen zu fahren. Ihre begrenzte Wasserreichweite (üblicherweise 20 bis 40 Kilometer bei Arbeitsgeschwindigkeit) beschränkte sie auf Kurzstreckenverkehr. Für Langstreckenfahrten waren sie unbrauchbar. Die Bunkerkapazität erforderte häufige Kohlenpausen, und heißes Wetter verringerte die Wasserreichweite, da Maschinen mehr Dampf zum Kühlen verbrauchten.
Häufige Schäden waren Wasserlecks in den Seitentanks (korrodierte Niete, verformte Bleche nach Entgleisungen), Kohlenbrückeneinstürze im Bunker bei Feuchtigkeit und Überhitzung des Feuerkastens durch unzureichende Wasserzirkulation bei niedrigem Tankstand. Der hintere Überhang verursachte Stabilitätsprobleme in Kurven mit kleinem Radius, und Entgleisungen zerrissen häufig die Tanks, wodurch die Lokomotive liegenbleib, bis Reparaturwerkstätten neue Bleche ausschneiden und anschweißen konnten.
Der Begriff Tenderlokomotive ist einfach eine Kurzform von Tenderlokomotive oder Tendermaschine, die in britischen und europäischen Bahnen im 19. und 20. Jahrhundert gebräuchlich war. Nordamerikanische Eisenbahnen bevorzugten Tenderlokomotiven und verwendeten Tenderlokomotiven hauptsächlich für industrielle Rangierarbeiten, daher wurde die Bezeichnung dort nie zum Standard. Tenderlokomotiven überdauerten das Dieselzeitalter in manchen Ländern, aber der Dampfbetrieb endete fast überall bis in die 1970er Jahre.