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Bahntechnik

Mogul

Eine Dampflokomotive mit der Achsfolge 2-6-0.

Mogul: Eine 2-6-0 Dampflokomotive für Nebenbahnen

Eine Mogul ist eine Dampflokomotive mit einer 2-6-0 Achsfolge: zwei Laufachsen in einer einzelnen Achse (der Drehgestell), sechs Triebachsen in drei Achsen und keine Nachlaufachsen. Diese Anordnung machte sie leichter und kompakter als größere Güterlokomotiven, behielt aber eine nutzbare Zugkraft. Der Typ entstand in den 1860er Jahren und wurde zur Standardausführung für Nebenbahnverkehr und industrielle Arbeiten in Nordamerika und Europa.

Das 2-6-0-Layout bot einen praktischen Kompromiss. Das zweiachsige Laufgestell verbesserte die Laufstabilität in Kurven und auf leichteren Schienen; die sechs Triebachsen gewährleisteten gute Haftwirkung ohne das Gewicht von acht oder zehn Triebachsen. Eine Mogul wog typischerweise 40 bis 60 Tonnen und war damit für Strecken geeignet, die keine schwereren Zugmaschinen tragen konnten. Diese Handlichkeit sorgte dafür, dass Moguls auf Nebenbahnen und sekundären Strecken lange nach dem Aufkommen neuerer Bauarten in Betrieb blieben.

Moguls wurden mit Dampfdrücken von 140 bis 180 psi und Zylinderdurchmessern von 16 bis 18 Zoll gebaut, was die Vielfalt ihrer Einsatzgebiete widerspiegelt. Manche waren für steile Rampen und leichte Gewichte optimiert; andere bewältigen gemischten Güter- und Personenverkehr. Industriebahnen und Kleinbahnbetreiber bevorzugten sie, weil sie wirtschaftlich zu betreiben waren und von kleinen Werkstattteams unterhalten werden konnten. Viele Exemplare blieben bis in die 1950er Jahre im aktiven Betrieb, besonders auf Museumsbahnen.

Der Name leitet sich vom Mogulreich ab; amerikanische Hersteller übernahmen ihn in den 1860er Jahren, und er blieb haften, obwohl der Grund für die Wahl nicht dokumentiert ist. In Großbritannien und Europa wurden ähnliche Maschinen von ihren Konstrukteuren und Betreibern oft anders klassifiziert, daher ist die Bezeichnung Mogul überwiegend ein amerikanisches und kanadisches Label für diese Achsfolge.

Wie alle Dampflokomotiven litten Moguls unter sinkendem Kesselspeisewasser (das zu Wassermitnahme und Kraftverlust führte), festsitzenden Ventilen und abgenutztem Laufwerk nach langer Betriebsdauer. Das Fehlen von Nachlaufachsen bedeutete kein Nachlauf-Lagertragwerk zur Lastverteilung, wodurch sich der Verschleiß auf die Triebachsen konzentrierte. Aschentleerung und Rauchraumreinigung waren regelmäßige Aufgaben. Ab den 1950er Jahren ersetzten Diesel-Elektro-Rangierlokomotiven und kleine Güterlokomotiven sie auf den meisten Strecken, doch ihr kompakter Raumbedarf und der moderate Speisewasserbedarf machten sie auf leichten oder Strecken mit begrenztem Lichtraumprofil wertvoll, bis diese eingestellt wurden.

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