Multinegativ
Englisch: multinegative
Ein Array mehrerer Negative zum gemeinsamen Druck durch Photolithografie.
Multinegatif: mehrere Filmbilder für einen Druckgang kombiniert
Ein Multinegatif ist eine einzelne Film- oder Plattenfolie mit mehreren Negativbildern, die in einem Rastermuster angeordnet sind. Sie wird in der Offsetlithografie verwendet, um mehrere Kopien desselben Motivs oder verschiedene Motive in einem Druckgang zu drucken. Statt Negative einzeln nacheinander in die Kamera zu laden, setzt der Drucker sie auf dem Film vor der Belichtung zusammen. Das spart Rüstzeit und verringert Passerfehler zwischen den Drucken.
Der praktische Vorteil liegt in Geschwindigkeit und Konsistenz. Ein Drucker, der 500 Visitenkarten drucken will, kann 16 oder 32 Kartennegative auf einer Filmfolie anordnen. Sobald dieses Multinegatif mit UV-Licht auf die Druckplatte kontaktiert wird, hat die Platte alle Bilder bereits exakt passgenau zueinander. Die Maschine druckt sie dann alle auf einmal, begrenzt nur durch die Plattengröße und die Maschinenbettkapazität.
Layout und Zusammensetzung
Ein Multinegatif zu erstellen erfordert präzise Filmstripping-Arbeit, die traditionell von Hand am Leuchttisch erfolgt. Der Drucker nutzt ablösbare Klebebänder, opake Masken und Führungslinien, um jedes Negativbild genau zu positionieren. Der Abstand zwischen den Bildern muss Greiferränder, Passermarken und Schnittgaben berücksichtigen. Moderne Betriebe setzen oft automatisierte Filmmontagesysteme ein, aber das Prinzip bleibt gleich: ein Film, mehrere Bilder, eine Belichtung.
Multinegative sind am häufigsten in der Commercial- und Verpackungsdruckerei verbreitet, wo die Auflagen groß genug für den Rüstaufwand sind und konsistente Abstände sowie Passgenauigkeit wichtig sind. Eine Etikettdruckerei könnte ein Multinegatif mit 50 identischen Flaschenetiketten produzieren, angeordnet nach dem Wiederholabstand der Maschine. Die Alternative, für jede Etikettengröße oder Variante eine separate Platte herzustellen, wäre bei kurzen Auflagen verschwenderisch, wird aber notwendig, wenn Motive auf einem Druckbogen wirklich unterschiedlich sein müssen.
Der Begriff ist in Betrieben, die auf Computer-to-Plate (CTP) umgestellt haben, weniger dominant geworden, da dieses Verfahren Film vollständig umgeht. Die Multinegatif-Logik, also das effiziente Arrangieren mehrerer Bilder für eine Belichtung, bestimmt aber weiterhin, wie digitale Dateien für CTP-Systeme vorbereitet und wie Druckbogen in moderner Workflow-Software imprimiert werden.