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Drucktechnik

Oktodezimo

Englisch: octodecimo

Papierformat durch Faltung und Schnitt eines Blattes in achtzehn Teile (ca. 8,9 cm × 11,4 cm bis 15 cm × 14,9 cm).

Octodecimo: Das achtzehnblättrige Buchformat, das den Massendruck prägte

Octodecimo, abgekürzt 18mo, ist ein Buchformat, das durch Falten und Schneiden eines großen Papierblatts in achtzehn Blätter entsteht und somit sechsunddreißig bedruckte Seiten pro Blatt ergibt. Die daraus entstehenden Seiten messen je nach Größe des Ausgangsblatts und Bindungsart etwa 3,5 bis 5 Zoll in der Breite und 4,5 bis 5,9 Zoll in der Höhe. Diese handliche Größe machte Bücher tragbar und kostengünstig herzustellen, weshalb das Format vom sechzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert den Massendruck dominierte.

Der Name leitet sich aus dem Lateinischen her: octo (acht) und decim (zehn), wörtlich "achtzehn". Die "achtzehn" bezieht sich nicht auf die Anzahl der Falten, sondern auf die Anzahl der Blätter, die aus einem einzelnen Blatt entstehen, nachdem es dreimal gefaltet und geschnitten wird. Jede Falte verdoppelt die Anzahl der Flächen; drei Falten ergeben 2^3 = 8 Blätter pro Blatthälfte, und mit beiden Hälften gebunden insgesamt achtzehn Blätter. Diese Namengebung ist konsistent mit anderen Buchformaten: Folio (2 Blätter pro Blatt), Quarto (4 Blätter), Oktav (8 Blätter) und so weiter.

Octodecimo im Druckgewerbe

Drucker schätzten das Octodecimo-Format, weil es die Papierausnutzung maximierte und Verschnitt minimierte. Ein einzelnes großes Blatt, richtig gefaltet und geschnitten, ergab beachtliche Textmengen in einer Form, die in die Hand des Lesers und in die Jackentasche passte. Das Format war besonders geeignet für Romane, Andachtsbücher, Nachschlagewerke und Bildungswerke für einzelne Leser statt für institutionelle Sammlungen. Die Bindung war unkompliziert: Lagen (gefaltete und geschnittene Abschnitte) wurden am Rücken zusammengenäht und in Tuch- oder Lederbrocken gebunden.

Die genauen Seitenmessungen des Octodecimo variierten über Jahrhunderte und Regionen hinweg, da Drucker mit unterschiedlichen Blattgrößen begannen und verschiedene Beschnittstandards anwendeten. Ein französisches Octodecimo konnte sich erheblich von einem englischen Octodecimo derselben Epoche unterscheiden. Dies ist der Grund, warum Sammler und Bibliographen Octodecimo durch das Messen einzelner Exemplare spezifizieren, statt von einer festen Größe auszugehen.

Mit dem Aufkommen mechanischer Bindung und rollengespeister Druckmaschinen im zwanzigsten Jahrhundert wurde das Octodecimo als Standardformat überflüssig. Moderne Taschenbücher im Massenmarkt und gebundene Hardcover-Ausgaben werden normalerweise direkt auf Schneidemaschinen konstruiert, statt von gefalteten Blättern abgeleitet zu werden. Dennoch nutzen Feindrucker und Privatdruckereien weiterhin Octodecimo und verwandte Formate, weil die Mathematik des Faltens elegante Seitenverhältnisse und natürliche Bindungslagen hervorbringt, die maschinelle Verfahren nur schwer nachbilden können.

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